Sozialpartner schließen Laudamotion-Betriebs-KV ab

Auch das Bodenpersonal ist von der neuen Vereinbarung umfasst.

Airbus A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Bei der österreichischen Ryanair-Tochter Laudamotion konnte nach siebenmonatigem Verhandlungsmarathon von den Sozialpartnern ein Betriebs-Kollektivvertrag abgeschlossen werden, der rückwirkend mit 1. August 2018 gilt. Das Vertragswerk gilt nicht nur für das fliegende Personal, sondern für sämtliche Beschäftigten der Fluggesellschaft.

"Aufgrund des bevorstehenden starken Wachstums in Österreich, stellen wir mit diesem KV die Weichen weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, der seinen Mitarbeitern Stabilität und Perspektiven durch unser enormes Wachstum eröffnet. Der rasche Abschluss des Kollektivvertrages ist eine tolle Errungenschaft und ein weiterer Meilenstein, um unsere Vorreiterrolle gegenüber dem Mitbewerb in Wien zu bestätigen", erklärt Firmenchef Andreas Gruber. Weiters hebt der Manager die "konstruktive und gute Zusammenarbeit" mit dem Laudamotion-Betriebsrat, der GPA-DJP und der Wirtschaftskammer hervor.

In Österreich werden Kollektivverträge generell nicht zwischen Betrieb und Gewerkschaft, sondern von den Sozialpartnern, also dem ÖGB bzw. seinen fachlich zuständigen Teilgewerkschaften und der Wirtschaftskammer vereinbart. Die Industriellenvereinigung und die Arbeiterkammer haben lediglich beratende Funktion, jedoch kein Stimmrecht. Theoretisch hätten die Sozialpartner auch einen Betriebs-KV über den Kopf der Laudamotion hinweg abschließen können.

"Mit diesem Abschluss konnte ein Kollektivvertrag erreicht werden, der für alle Beschäftigtengruppen Gültigkeit hat. Sowohl für Piloten, Flugbegleiter, Technik und Verwaltung. Es ist das ein enorm wichtiger Meilenstein in diesem stark expandierenden Unternehmen, der den Beschäftigten Sicherheit und Perspektiven für die Zukunft eröffnet. Durch das konstruktive Zusammenwirken aller KV-Partner in einem fairen Verhandlungsprozess konnte dies möglich gemacht worden", erklärt Karl Dürtscher, Bundesgeschäftsführer der GPA-DJP.

Laut eigenen Angaben beschäftigt die Ryanair-Tochter derzeit rund 500 Mitarbeiter in Österreich und befindet sich stetig auf Personalsuche. Weiters ist man auch in Deutschland als Arbeitgeber aktiv, wobei hier insbesondere für Düsseldorf und Stuttgart weitere Mitarbeiter gesucht werden.

Der Kollektivvertrag, der nun abgeschlossen wurde, regelt auch die Ansprüche des Bodenpersonals. Dies soll laut Airlineangaben ein Novum sein, da dies in Österreich noch bei keiner anderen Billigfluggesellschaft "in einem Aufwasch" in einem KV gemeinsam behandelt wurde. Das Vertragswerk sieht für alle Beschäftigungsgruppen fixe Einstiegsgehälter vor und soll sowohl für Piloten als auch für Flugbegleiter eine deutliche Lohnerhöhung bringen, die ab 1. April 2019 wirksam wird.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

    Special Visitors

    Jet2.Holidays / G-JZHM
    Laudamotion / OE-LOB
    Private Wings Aviation / D-CITO
    Hainan AL / B2739
    VIETNAM AL. / VN-A868
    AlbaStar / EC-NAB
    Armée de l'Air / F-RADA

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    Robert Hartinger

    Christoph Aumüller