Sieht Carsten Spohr den "Five-Star-Status" in Gefahr?

Aus Kundensicht bietet Lufthansa derzeit keinen "Fünfsternestandard", stellte jüngst der Chef der größten Fluggesellschaft Deutschlands selbst fest.

Carsten Spohr (Foto: Deutsche Lufthansa AG).

Wenn man dem Marketing der Lufthansa Group blind vertraut, so sollen die Fluggesellschaften dieser Unternehmensgruppe sprichwörtlich das Maß aller Dinge sein. Doch die Realität ist eine ganz andere, was offenbar nun auch Konzernchef Carsten Spohr nicht mehr verleugnen kann.

Der gesamte Konzern, insbesondere jedoch die Tochtergesellschaft Eurowings, ist sein Monaten von massiven Verspätungen und Streichungen geplagt. Auch happert es massiv im Bereich der Versorgung von Fluggästen im Falle von Unregelmäßigkeiten. Oftmals sind die Reisenden sich selbst überlassen und das auch beim "Fünf-Sterne-Carrier" Lufthansa.

Während man seitens der Konzernführung monatelang auf verleugnen setzte, gab Thorsten Dirks vor einigen Wochen massive Performance-Probleme bei Eurowings offiziell zu und deutete gar an, dass man sich mit der Übernahme von Teilen der ehemaligen Air-Berlin-Flotte ein bisschen verhoben haben könnte. Sein Chef, Carsten Spohr, äußerte sich am Rande einer Veranstaltung in Frankfurt am Main gar dahingehend, dass jene Performance, die Lufthansa momentan abliefere aus Kundensicht nicht das biete, das fünf Sterne ist. Auch ging er dabei auf Verspätungen und Flugausfälle ein.

Für Lotsenstreiks oder Wetterkapriolen kann keine Airline etwas, jedoch gibt es auch Probleme, die hausgemacht sind. Beispielsweise leiden diverse Airlines, so auch Lufthansa, unter einer sehr dünnen Personaldecke, die kaum Spielräume zulässt. Doch wachsen wollte der Kranich-Konzern nach der Air-Berlin-Pleite auf jeden Fall, um keinen Wettbewerber neben sich erstarken zu lassen. Gar von einer historischen Chance sprach Carsten Spohr.

Der "symbolische Preis", den Passagiere für das enorm rasante Wachstum der Lufthansa Group "bezahlen" müssen, sind massive Abstriche im Bereich des Service, insbesondere dann wenn Unregelmäßigkeiten auftreten und genau diese treten gehäuft auf, da beispielsweise nicht immer ausreichend Stand-By-Personal zur Verfügung steht. Der Kranich-Konzern ist da jedoch leider kein "bedauerlicher Einzelfall", sondern diese Problematik trifft nahezu die gesamte Branche, so dass wirklich von einem "Branchen-Problem" gesprochen werden kann.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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