Salzburgs Südroute: Was ist ein "RNP Approach"?

In den letzten Wochen wurde in Salzburg heftig über die Flugrouten des Salzburger Flughafens gestritten. Hintergrund war, dass die bayrische Grenzstadt Freilassing im Norden Salzburgs entlastet werden sollte. Zusammen mit anderen Massnahmen soll dabei eine neue Route im Süden Salzburgs zur Anwendung kommen, ein neues Anflugverfahren, das sogenannte „RNP_RNAV 0.3 Anflugverfahren" . Austrian Aviation Net hat recherchiert, worum es sich dabei handelt.

Austrian Airlines könnte Salzburg in Zukunft vom Süden aus ansteuern. Vorraussetzung für den RNP Approach sind zwei Flight Management Systeme an Bord, so kann man auch in Tälern enge Kurven fliegen. (Foto: Flughafen Salzburg)

RNP steht für required navigation performance, konkret bedeutet es, dass beim Anflug die Position des Flugzeugs mit GPS-Satelliten synchronisiert wird. Die Zahl 0.3 bezeichnet das Mass der Genauigkeit: die geforderte Navigationsausrüstung des Luftfahrzeuges gewährleistet eine Positionsgenauigkeit von weniger als 0,3NM Abweichung während des gesamten Anfluges. Das Verfahren gilt als eine der genauesten und sichersten Methoden  beim Landeanflug. Erforderlich sind für den RNP Anflug aber zwei voneinander unabhängige Flight Managament Systeme, die Fähigkeit einen Kurvenflug exakt entlang des vorgegebenen Kreisbogens fliegen zu können und weitere technische Vorgaben, die sicherstellen, dass auch bei plötzlichem Ausfall eines der Systeme bzw eines oder mehrerer Satelliten das Luftfahrzeug für den noch verbleibenden Teil des Anfluges die Positionsgenauigkeit beibehalten kann. Nicht alle Airlines, die Salzburg anfliegen, haben das nötige Equipment. Fluggesellschaften, die den „W.A Mozart Airport“ vom Süden mit diesem neuen Verfahren anfliegen wollen, müssen behördlich nachweisen, dass die Flugzeuge mit dem RNP Approach kompatibel sind. Für die Bewilligungen ist die österreichische Flugsicherung, Austro Control, zuständig.

Die Cockpitcrews müssen für den RNP Anflug geschult werden, der Anflug selber werde aber hauptsächlich mit dem Autopiloten geflogen. Im Moment stellt RNP noch keinen Ersatz für herkömmliche Anflugverfahren, v.a. nicht für das ILS dar, aber gerade in gebirgigen Regionen, wo ein ILS nicht möglich ist und Anflüge in relativ geringer Frequenz stattfinden, ist der RNP Approach eine unverzichtbare Alternative. Eine Vorreiterrolle beim Einsatz des RNP Approaches hat Alaska übernommen. In Innsbruck wird RNP schon seit 2005 als als Teil des Anflugverfahrens (für den Missed Approach) zur Anwendung gebracht. Es handelt sich dabei um eine "tailored solution" für Innsbruck, die dort den besonderen Terrainanforderungen gerecht wird. Am Flughafen Innsbruck landen Austrian Airlines, NIKI und weitere Airlines mithilfe des Verfahrens. Mit diesem satellitengestützten Anflug lassen sich in Tälern Kurven fliegen, die sonst nicht möglich wären. In Salzburg würde die geplante Südroute vom Tennengebirge aus grosser Höhe beginnend langsam in das Salzachtal führen. Der damit verbundene exakte Anflug sei nur mit dem RNP Approach möglich.

In Salzburg ist davon auszugehen, dass, falls diese Art von Verfahren kommen sollte, Austrian Airlines und NIKI die geplante RNP Südroute nützen würden. Generell mache die Südroute nur für Flüge, die vom Süden kommen, Sinn. Die Airlines könnten sich damit einen zehnminütigen Umweg nach Norden sparen und damit Treibstroffemissionen und Treibstoffkosten reduzieren.  Laut Informationen des Flughafens sollen pro Tag drei bis fünf Flugzeuge Salzburg vom Süden anfliegen. Anrainer und Fluglärmgegner befürchten zusätzliche Belastungen durch die Anflüge im Süden.

Autor: Roman Payer
Das ist der Kurztext zu Roman Payer.

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