Ryanair verärgert Reisende mit 18-stündiger Busreise

Griechische Regierung schritt ein und charterte ein Flugzeug bei Aegean Airlines.

Foto: Jan Gruber.

Den Passagieren von Ryanair-Flug FR8582 dürfte der vergangene Freitag noch länger in Erinnerung bleiben, denn die Boeing 737-800 konnte nicht in Thessaloniki landen, sondern wich ins über 800 Kilometer entfernte Timisoara aus. In der griechischen Hafenstadt konnte der Jet nicht landen, weshalb sich die Flugzeugführer für eine Ausweichlandung entschieden - soweit nicht ungewöhnlich, doch einen nahegelegenen Airport wählte man definitiv nicht.

Beispielsweise hätte die Maschine auf einem anderen Flughafen in Griechenland, in Skopje oder aber in Sofia landen können. Die Piloten entschieden sich aber für Timisoara. Von dort aus flog die Boeing 737-800 leer zurück nach London-Stansted, während die Passagiere laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Stern" mit nur einem Autobus und einem Busfahrer ins 800 Kilometer entfernte Thessaloniki gebracht werden sollten. Die Fahrzeit wurde mit 18 Stunden angegeben. Der Rückflug von der griechischen Hafenstadt nach Stansted wurde übrigens gestrichen.

In Rumänien sollen sich regelrecht tumultartige Szenen abgespielt haben, denn für die betroffenen Fluggäste soll es keine Alternativen zum Transport mit einem Doppelstockbus gegeben haben. Fast 100 Passagiere sollen sich gar strikt geweigert haben die 18-stündige Busreise nach Thessaloniki anzutreten. Letztlich griff die griechische Regierung ein und charterte bei Aegean Airlines eine Maschine, um jene Reisenden, die nicht in den Bus gestiegen sind, von Timisoara nach Thessaloniki fliegen zu lassen.

Warum sich Ryanair für eine Ausweichlandung in Timisoara entschieden hat, bleibt unkommentiert. Allerdings mutmaßt das Nachrichtenmagazin "Stern", dass die Wahl auf diesen Airport gefallen sein könnte, weil der irische Billigflieger dort eine Basis unterhält. Ob dies jedoch stimmt, ist unklar. Allenfalls habe sich Ryanair an die eigenen Beförderungsbedingungen gehalten, denn eine Landung in Thessaloniki wäre nicht zu verantworten gewesen und den Reisenden wurde eine Weiterbeförderung an ihren eigentlichen Zielort angeboten: Eine 18-stündige Busreise. Laut griechischen Medien will die Regierung Griechenlands, die aufgrund heftiger Medienberichte eine Maschine bei Aegean gechartet hatte, die Kosten nun bei Ryanair eintreiben. Die weitere Entwicklung bleibt daher abzuwarten.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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