Ryanair verbannt "große Handgepäckstücke"

Wer vor dem 31. August 2018 für Flüge ab 1. November 2018 bucht oder gebucht hat, kann kostenlos stornieren und bekommt das Geld zurück.

Wer auf den Erwerb der Priority-Option verzichtet, darf nur noch ein "kleines Handgepäckstück" mit an Bord nehmen (Foto: Pixabay / Alexas_Fotos).

Der irische Billigflieger Ryanair ändert mit Wirksamkeit 1. November 2018 mal wieder die Bestimmungen für das Handgepäck. Dem Unternehmen wurde der einstige Gedanke, dass Reisende ihr Reisegepäck selbst schleppen sollen, nun zum Verhängnis, denn aufgrund zum Teil horrender Extrakosten für die Aufgabe eines Koffers, nutzen Ryanair-Passagiere die Freigrenzen für das Handgepäck in der Regel sehr ausgiebig.

Ryanair kam zunächst auf die glorreiche Idee, dass nur noch Fluggäste, die das kostenpflichtige Priority-Paket erwerben, ihre beiden erlaubten Handgepäckstücke garantiert mit in die Kabine nehmen dürfen. Wer nicht extra zahlen möchte, dessen "großes Handgepäckstück" kann am Gate "abgenommen" werden und am Gepäckband wieder abgeholt werden. Dadurch sollte das Boarding beschleunigt werden. Das Ziel wurde offenbar weit verfehlt, denn viele Reisende empfinden diese kostenfreie Maßnahme sogar als praktisch.

Das führt nun dazu, dass für alle Buchungen, die ab 1. September 2018 mit Abflugterminen ab dem 1. November 2018 neue Regelungen für das Handgepäck eingeführt werden. Wer sich das Priority-Paket nicht leisten möchte, darf nur noch ein "kleines Handgepäckstück" mit an Bord nehmen. Eventuelle Trolleykoffer dürfen nicht mehr an Bord. Betroffen von der Neureglung sind allerdings auch Buchungen, die vor dem 1. September 2018 getätigt wurden. Dazu später mehr.

Das so genannte "große Handgepäckstück" muss künftig am Check-In-Schalter aufgegeben werden. Selbstredend ist das nicht kostenfrei, sondern wird laut Ryanair mit acht Euro berechnet, wenn dies gleich bei der Flugbuchung dazu gekauft wird. Wer später nachbucht, zahlt bereits zehn Euro. Die Dimensionen und das maximale Gewicht von 10 Kilogramm müssen trotz Abgabe am Check-In-Schalter trotzdem eingehalten werden.

Reisende, die das Priority-Paket erwerben dürften weiterhin "ein großes und ein kleines Handgepäckstück" mit an Board nehmen. Dieses Extra wird laut Ryanair mit sechs Euro berechnet, wenn man es im Zuge der Flugbuchung dazu kauft oder aber bei nachträglichem Erwerb mit acht Euro.

Diese Änderungen, die für die meisten Kunden einen Aufpreis bedeuten werden, bringen allerdings auch mit sich, dass Ryanair künftig größere Dimensionen beim "kleinen Handgepäckstück" dulden wird. Die entsprechenden Sizer werden so angepasst, dass rund 25 Prozent "Kulanz" besteht.

 

aktuelle Regelungneu ab 1. November 2018
"großes Handgepäckstück"55x40x20cm
maximal 10 Kilogramm
55x40x20cm
maximal 10 Kilogramm
"kleines Handgepäckstück"35x20x20cm40x20x25cm

Passagiere, die bereits ein 20-Kilogramm-Gepäckstück gekauft haben, sollen laut Unternehmensangaben die Möglichkeit haben, dass sie auf den 10-Kilogramm-Koffer downgraden können. Die Differenz soll laut Ryanair erstattet werden.

Kostenloses Storno, vollständige Erstattung

Da die Neuregelung ab 1. November 2018 auch Buchungen betreffen wird, die vor dem 1. September 2018 getätigt wurden, handelt es sich um eine einseitige Vertragsänderung seitens Ryanair. Aus diesem Grund haben Passagiere die Möglichkeit aus drei Optionen:

1.) Nachbuchung des Priority-Pakets für acht Euro
2.) Nachbuchung des 10-Kilogramm-Check-In-Gepäckstücks für 10 Euro
3.) Kostenfreie Stornierung der Buchung. Der bezahlte Flugpreis wird laut Ryanair ohne Abzüge erstattet.

Die österreichische Beteiligung Laudamotion wird entgegen ursprünglicher Informationen die Regelung des irischen Mutterkonzerns nicht übernehmen, sondern an der bisherigen festhalten. Das bedeutet, dass bei Flügen mit OE-Flugnummern auch weiterhin auch ohne Priority je ein kleines und ein großes Handgepäckstück mitgenommen werden können. Laut einer Laudamotion-Sprecherin habe man noch nicht entschieden, ob die Neuregelung von Ryanair übernommen wird oder nicht. Weiters verwies die Medienreferentin darauf, dass Laudamotion und Ryanair jeweils eigenständige Fluggesellschaften sind.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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