Ryanair-Streik hat Auswirkungen auf Laudamotion

Verbindungen, die von den Iren im Auftrag der Österreicher durchgeführt werden, könnten am Freitag ausfallen.

Airbus A320 (Foto: Jan Gruber).

Der für Freitag seitens der Vereinigung Cockpit angekündigte Pilotenstreik der festangestellten und in Deutschland stationierten Ryanair-Piloten wird diesmal auch Auswirkungen auf die österreichische Beteiligung Laudamotion haben, wie das Unternehmen auf Anfrage bestätigte.

"Aufgrund des angekündigten Streiks der deutschen Pilotengewerkschaft VC wird es am 10. August 2018 bei Laudamotion zu Flugstreichungen in Deutschland kommen. Betroffen sind nur jene Laudamotion Flüge, die von unserem Partner Ryanair im Auftrag von Laudamotion durchgeführt werden. Über Flugstreichungen der betroffenen Flüge wurden die Passagiere per E-Mail informiert. In Vorbereitung auf den Streik erhalten diese die Möglichkeit, ihren Flug kostenfrei umzubuchen oder zu stornieren", erklärt Laudamotion-Sprecherin Milene Platzer gegenüber Austrian Aviation Net.

Hinsichtlich etwaiger Entschädigungen aufgrund der EU-Passagierrechte-Verordnung beruft sich Ryanair trotz heftiger Kritik seitens Behörden und Konsumentenschutzorganisationen auf den Umstand der "höheren Gewalt", obwohl es mehrere einschlägige Gerichtsurteile gibt, die Streiks nicht als höhere Gewalt, sondern als unternehmerisches Risiko einstufen und damit der Carrier bezahlen muss.

Ryanair spricht jedoch nur von eigenen Flügen, also jene unter FR-Flugnummern. Bei Laudamotion-Flügen, die Ryanair im Rahmen des Wetleaseauftrags für die Österreicher unter OE-Flugnummern durchführt, zieht dieses Argument freilich nicht, da die Iren lediglich Subunternehmer sind, jedoch für die ordnungsgemäße Durchführung weiterhin Laudamotion verantwortlich bleibt. Daher sollte es hinsichtlich etwaiger Entschädigungsansprüche auch keine plausiblen Argumente zur Zahlungsverweigerung seitens Laudamotion geben.

Laudamotion betreibt derzeit insgesamt neun Flugzeuge der A320-Familie mit einem Personal, während zehn Boeing 737-800 samt Besatzungen im Rahmen eines Wetlease-Vertrags von Ryanair betrieben werden. Diese zehn Flugzeuge kommen überwiegend ab Deutschland und der Schweiz, beispielsweise München, Frankfurt, Köln und Berlin-Tegel, zum Einsatz und sind daher vom Streikaufruf der Vereinigung Cockpit betroffen. Jene neun Maschinen, die Laudamotion selbst betreibt, werden fliegen, da bei den Österreichern selbst nicht gestreikt wird, lediglich bei Ryanair. Aufgrund des Wetleasevertrags können jedoch zahlreiche Laudamotion-Verbindungen, die seitens der Iren im Auftrag der Österreicher durchgeführt werden, betroffen sein.

Da am Freitag nicht nur seitens der Vereinigung Cockpit in Deutschland stationierte und festangestellte Ryanair-Piloten zum Streik aufgerufen sind, sondern auch in anderen europäischen Ländern diverse Gewerkschaften zur Arbeitsniederlegung aufrufen, wird Reisenden, die am Freitag und am Wochenende planen mit Ryanair und/oder Laudamotion fliegen, geraten, dass sie regelmäßig den aktuellen Status ihrer Buchung beispielsweise online, per Chat oder Hotline erfragen, um im Falle des Falles rechtzeitig Alternativen organisieren zu können.

Ryanair beschäftigt jedoch auch zahlreiche Piloten in Selbstständigkeit und über Leiharbeitsfirmen. Ob diese sich an den Streiks, zu denen verschiedene europäische Gewerkschaften für Freitag aufrufen, beteiligen werden, ist fraglich.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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