Ryanair-Piloten streiken am Freitag

Vereinigung Cockpit sieht Verhandlungsangebot der Fluglinie als PR-Gag.

Foto: Martin Metzenbauer

Obwohl sich Ryanair und Vertreter der Vereinigung Cockpit (VC) zu Verhandlungen über verschiedene Themen zusammensetzen wollten, hat das erste Meeting offenbar gleich einmal mit einem Eklat geendet - allerdings bevor es überhaupt begonnen hat. Die für Mittwoch dieser Woche geplanten Verhandlungsgespräche der VC-Tarifkommission mit dem irischen Unternehmen wurden nämlich von Seiten der Airline kurzfristig abgesagt, weil diese zwei der fünf anwesenden VC-Tarifkommissionsmitglieder am Verhandlungstisch ablehnte. "Aus Sicht der VC zeigt diese Ablehnung deutlich, dass die Grundsätze gewerkschaftlicher Autonomie von Ryanair missachtet werden und ein Einstieg in konstruktive Verhandlungen nicht gewünscht ist", heißt es in einem Statement der VC.

Die Pilotengewerkschaft wird daher erstmalig Arbeitskampfmaßnahmen bei Ryanair durchführen: Für Freitag, den 22. Dezember 2017 werden in der Zeit von 05:01 Uhr bis 08:59 Uhr alle bei Ryanair festangestellten Piloten zum Streik aufgerufen. Es sind laut der VC jeweils alle Flugverbindungen betroffen, die in diesem Zeitraum von deutschen Flughäfen geplant sind.

PR-Gag von Ryanair?
"Ryanairs öffentlichkeitswirksame Offerte, Verhandlungen mit der VC führen zu wollen, kann nur als weiterer PR-Gag eingestuft werden", so Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik der VC. "In der Geschichte der VC hat es noch nicht einen Fall gegeben, bei dem die tarifpolitische Autonomie von einem Arbeitgeber so mit Füßen getreten worden ist, wie es jetzt bei Ryanair der Fall ist. Damit ist für die VC klar, dass das Unternehmen nicht an einer vertrauensvollen Zusammenarbeit auf Augenhöhe interessiert ist. Vielmehr spielt Ryanair hier weiter auf Zeit und verhindert damit den Einstieg in Tarifverhandlungen"

Unterstützung erhalten die Piloten auch von den Kabinenbesatzungen: "Wir erklären uns als UFO, EurECCA und IGL ausdrücklich und uneingeschränkt solidarisch mit diesem Streik. Auch wenn die Kabinenbeschäftigten NOCH nicht zum Streik aufgerufen sind, sind wir sicher, dass dieser Schritt sein muss und unterstützen diesen. Wir gehen davon aus, dass die Aktion am morgigen Freitag ein Erfolg wird", heißt es in einer Aussendung der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO).

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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