Ryanair: Grünes Licht für Laudamotion-Aufstockung

Brüssel hat keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken.

Foto: Jan Gruber.

Seitens der EU-Kommission wurde am Donnerstagabend mitgeteilt, dass man bezüglich der mehrheitlichen Übernahme der österreichischen Fluggesellschaft Laudamotion durch die irische Ryanair keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken hat. Damit wurde grünes Licht erteilt.

Ryanair wird nun die Beteiligung von 24,9 Prozent auf 75 Prozent aufstocken. Niki Lauda bleibt über seine Privatstiftung weiterhin mit einem Viertel beteiligt. Die Iren sicherten sich allerdings auch eine Kaufoption auf diesen Anteil. Michael O'Leary erklärte zuletzt, dass sein Unternehmen diese Option frühestens in drei Jahren ziehen könne und es "sehr teuer für Ryanair" werden würde.

Lauda soll bei Laudamotion künftig als Chairman fungieren, während die Geschäftsführung weiterhin in den Händen von Andreas Gruber verbleiben soll. Wie die Aufgaben im Detail verteilt werden, wurde nie konkret kommuniziert.

Laudamotion und Ryanair haben an vielen Flughäfen unterschiedliche Ground Handling Partner, was gelegentlich auch dazu führen kann, dass Passagiere, die ein Anliegen haben vom Ryanair-Schalter zu jenem der österreichischen Tochtergesellschaft geschickt werden. Laudamotion soll als zweite Marke innerhalb des Ryanair-Konzers positioniert werden und hierbei - im Gegensatz zur dritten Marke Ryanair Sun - äußert autonom auf dem Markt tätig sein.

Kooperiert wird jedoch in zahlreichen Bereichen, beispielsweise beim Verkauf von Flugscheinen über das Internet. Laudamotion soll allerdings - im Gegensatz zu Ryanair - künftig verstärkt auf GDS-Verkauf setzen. Entsprechende Softwareschnittstellen, die das ermöglichen werden, sollen sich bereits in Arbeit befinden.

Der offensichtlichste Unterschied zwischen den beiden Airlines bleibt allerdings, dass Ryanair keinerlei Pläne hat die Boeing-Flotte durch ein Muster eines anderen Herstellers zu ergänzen oder gar zu ersetzen. Bei Laudamotion setzt man auf Airbus und will die Bestandsfotte rasch auf weit über 50 Einheiten der A320-Familie ausbauen. 

Autor: Jan Gruber
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Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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