RDC-Analyse: Laudamotion rund 25 Prozent billiger als Ryanair

Airlinechef Andreas Gruber: "Wir kommentieren Statistiken dieser Art nicht."

Airbus A320 OE-LOA (Foto: www.AirTeamImages.com).

Der Analyseanbieter RDC Aviation nahm die durchschnittlichen Tarife von Ryanair und deren Tochtergesellschaft Laudamotion unter die Lupe. Interessant an dieser Auswertung ist, dass die Österreicher überwiegend niedrigere Durchschnittspreise als deren Mutterkonzern verlangen. Laut ADC Aviation ist trotz des kurzen Betrachtungszeitraums bereits ein Trend zu erkennen, der insbesondere durch die Wettbewerbssituation an den Stationen Wien, Düsseldorf und Stuttgart beeinflusst ist.

Der durchschnittliche Ticketpreis soll bei Ryanair im Zeitraum zwischen August und Dezember 2018 bei rund 100 Euro gelegen haben, während dieser bei Tochtergesellschaft Laudamotion um knapp 25 Prozent niedriger waren. RDC Aviation weist diesen mit etwa 76 Euro Euro aus.

Konkret bedeutet das, dass im Gegensatz zu Ryanair, die zahlreiche Provinzflughäfen anbindet und zumeist auf den Routen ein Monopol hält, die Tochtergesellschaft in intensivem Wettbewerb steht. Während die Iren laut RDC Aviation somit ihre Tarife nach Gutdünken steuern können, muss Laudamotion auf lokale Marktgegebenheiten reagieren. Weiters erweist sich oftmals die österreichische Billigfluggesellschaft mit extrem niedrigen Angeboten ab nur einem Euro als preisaggressiver Anbieter. Darauf müssen Marktbegleiter auf vielen Routen reagieren, so dass beispielsweise in Wien auf Strecken, auf denen zum Beispiel Laudamotion, Easyjet, Wizzair oder andere Billigfluggesellschaften im Wettbewerb mit traditionell eher teureren Airlines stehen, die durchschnittlichen Ticketpreise generell fallen. Dies gilt selbstredend nicht für Routen, auf denen zum Beispiel Austrian Airlines ohne Marktbegleiter fliegt. Beispielsweise sind die durchschnittlichen Ticketpreise auf Wien-Innsbruck bedeutend höher als jene auf Wien-London oder Wien-Mailand, wo es einen intensiven Wettbewerb gibt.


Grafik: RDC Aviation.

Allerdings zeigt die Statistik von RDC Aviation auch, dass Laudamotion nicht auf allen Routen Dumping-Preise verlangt. Während Alicante und Krakau im Durchschnitt für weniger als 25 Euro verkauft werden, sind für Heraklion im Schnitt knapp 125 Euro zu berappen.

Laudamotion-Geschäftsführer Andreas Gruber erklärt auf Konfrontation mit der RDC-Aviation-Statistik gegenüber Aviation Net: „Wir kommentieren Statistiken dieser Art, jedoch kann ich sagen, dass diese nicht mit unseren eigenen Daten übereinstimmt. Ich kann aber versichern, dass wir konstant günstig bleiben werden und weiterhin das beste Preis-/Leistungsverhältnis anbieten werden.“

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Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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