Qatar Airways: Jetzt erst recht!

Die Airline expandiert trotz Blockade der Nachbarstaaten.

Foto: Qatar Airways

Für einiges Aufsehen sorgten bei der heurigen ITB zwei Airlineriesen - allerdings durch ihre Abwesenheit. Sowohl Emirates als auch Etihad sind bei der wichtigsten Tourismusmesse Europas so gut wie nicht anwesend. In den Vorjahren waren beide Golfairlines noch mit riesigen Ständen auf der Veranstaltung. Überaus präsent zeigt sich hingegen die Konkurrenz aus dem benachbarten Katar - obwohl man nach der nunmehr bereits mehrere Monate andauernden Blockade der Nachbarn annehmen sollte, dass der Staat mit seiner Qatar Airways ordentlich geschwächt ist. Auf der ITB gewinnt man allerdings eher den gegenteiligen Eindruck.

Fast trotzig reagierte Akbar Al-Baker, der als Langzeit-CEO der Fluglinie anlässlich der wie immer pompösen Pressekonferenz auf Journalistenfragen zum Thema Blockade. Durch die zu fliegenden Umwege verliere man zwar viel Geld - trotzdem gehe man wohl gestärkt aus der Situation heraus. Schaden dürfte die Blockade laut Al-Baker eher den Vereinigten Arabischen Emiraten - mit ihren auf der Messe nicht mehr präsenten Fluglinien. Quasi als Beweis zeigt der Fluglinien-Chef Zeitungsannoncen mit Duming-Angeboten aus einem der Nachbarstaaten. "Bei uns gibt es das nicht", so Al-Baker.

Und tatsächlich scheint der Slogan von Qatar Airways derzeit "Jetzt erst recht" zu lauten. Gleich ein ganzes Sortiment an neuen Destinationen fliegt die Airline heuer an - in Europa sind diese unter anderem London-Gatwick, Thessaloniki, Luxemburg, Malta, Tallinn oder Lissabon. Frequenzaufstockungen und weitere neue Ziele in anderen Teilen der Welt sollen ebenfalls folgen. Darüber hinaus freut sich die Airline über ihre neuen Flugzeugtypen wie den Airbus A350-1000, den sie seit kurzem als Launch Customer benutzt.

Pressekonferenz von Qatar Airways bei der ITB (Foto: Martin Metzenbauer).

Und auch die im Vorjahr vorgestellte QSuite wird in immer mehr Flugzeuge eingebaut und kommt bereits nach London, Paris, New York und Washington zum Einsatz. Frankfurt soll im heurigen Mai folgen, München dann im Herbst. Bei der nächsten ITB möchte Al-Baker dann übrigens die neue Economy Class vorstellen - und eine ebenfalls neue Business Class in den Narrowbodies.

Aber nicht nur neue Strecken und verbesserte Produkte zeigen den "Zug zum Tor" des Fluglinienchefs - auch die Investmenttätigkeit in andere Airlines. Erst vor kurzem wurde bekannt gegeben, was man mit Air Italy zu tun gedenkt - diese soll nämlich nichts weniger als der "National Carrier Italiens" werden, wie Al-Baker im Rahmen der ITB bekräftigte. Wie bei Qatar Airways möchte er auch aus dem italienischen Carrier ein "High Quality Premium Product" entwickeln.

Weitere Investments neben Air Italy und der International Airlines Group sind unter beispielsweise Cathay Pacific und LATAM. Als Seitenhieb auf Etihad - die ja mit ihrer Beteiligung Air Berlin "baden" gegangen ist - darf man den Satz Al-Bakers verstehen, nur in ein "First Class Global Portfolio" zu investieren. Interessiert sei man auch, in Indien eine neue Domestic Airline aufzubauen.

Trotz aller Euphorie wird Qatar Airways bei den Zahlen zum Ende März ablaufenden Geschäftsjahr einen gehörigen Dämpfer erfahren: "Sehr groß" sollen laut Al-Baker die Verluste aufgrund der Blockade sein. Die Airline sei allerdings finanziell robust aufgestellt.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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