Pilatus-Jet PC-24 erhält Typenzertifikat

Sowohl die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) als auch die US-amerikanischen Federal Aviation Administration (FAA) haben dem Schweizer "Super Versatile Jet" ihren Sanctus gegeben.

Der erste Schweizer Business Jet (Foto: Pilatus Aircraft Ltd.).

In jedem Flugzeugentwicklungsprojekt ist die Zertifizierung durch die Luftfahrtbehörden der weitaus wichtigste Meilenstein, ermöglicht sie doch erst die Ablieferung des Flugzeugs an Kunden und somit den finanziellen Erfolg für einen Flugzeughersteller. Pilatus hat das PC-24 Entwicklungsprojekt im 2013 erstmals öffentlich publik gemacht, intern gearbeitet wird am "Super Versatile Jet" sogar schon seit elfeinhalb Jahren. Der PC-24 soll die Vielseitigkeit eines Turboprops, die Kabinengröße eines Medium Light Jets und die Leistung eines Light Jets kombinieren - daher die Bezeichnung Super Versatile Jet. Der PC-24 wurde von Beginn an auch für den Offroad-Einsatz entwickelt - er soll auf kurzen Naturpisten starten und landen können.

Der Erstflug des PC-24 Prototypen erfolgte im Mai 2015. Mit allen drei für das Zertifizierungsprogramm eingesetzten Prototypen wurden bis zur Zertifizierung weltweit 2.205 Stunden geflogen. Dabei wurden Flugversuche unter Extrembedingungen absolviert: bei eisiger Kälte und in extremer Hitze, in großer Höhe und am Geschwindigkeitslimit. Hinzu kamen weitere Tests wie Vogelschlag, Strukturbelastungsversuche und Geräuschimmissions-Prüfungen sowie allgemeine Funktions- und Zuverlässigkeitstest.

Aufgeräumtes Cockpit des PC-24 (Foto: Pilatus Aircraft Ltd.).

Oscar J. Schwenk, Verwaltungsratspräsident von Pilatus, sagte anlässlich der Überreichung des Typenzertifikats: "Der PC-24 ist der erste Businessjet von Pilatus. Die Anforderungen, ein solches Flugzeug zu zertifizieren, sind heute extrem hoch und stellten natürlich auch uns vor große Herausforderungen. Wir haben im 2013 gesagt, dass wir das PC-24 Entwicklungsprojekt im 2017 abschließen werden. Und jetzt haben wir es so kurz vor Jahresende geschafft. Und sämtliche Leistungsdaten, welche wir unseren 84 Erstkunden versprochen haben, wurden erzielt oder sogar übertroffen. Der PC-24 erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von 440 Knoten (815 km/h) versus den vertraglich vereinbarten 425 Knoten (787 km/h) – um nur ein Beispiel zu nennen. Genau das ist Pilatus und zeichnet uns aus!"

In das PC-24 Entwicklungsprogramm hat Pilatus eigene Mittel weit über 500 Millionen Schweizer Franken investiert. Daneben wurden über 150 Millionen Franken in Gebäude und Maschinen am Werkplatz Stans eingesetzt, um die Serienproduktion des PC-24 parallel aufbauen zu können. Aktuell sind bereits acht Serienflugzeuge auf der Montagelinie, über das Jahr 2018 hinweg sind 23 PC-24 Auslieferungen geplant. In den USA – einer der wichtigsten Märkte für Pilatus – wird in ein neues Werk für den Endausbau investiert. Die Innenausstattung des PC-24 soll mit den Kunden vor Ort besprochen und ausgeführt werden können. Das erste PC-24 Kundenflugzeug wird noch im Dezember in Stans von PlaneSense, einem amerikanischen Flugzeug-Sharing-Unternehmen abgenommen werden.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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