Peoples überholt AUA mit "ACH" und Krach

Die Peoples Viennaline flog zwischen März und Dezember 2011 fast 38.000 Passagiere, das Passagieraufkommen in Altenrhein stieg um 37 Prozent und der Peoples-Jet war im Schnitt zur Hälfte ausgelastet. CEO Armin Unternährer sprach über den Konkurrenzkampf und die Zukunftspläne am Flughafen Altenrhein, der direkt an der Grenze zu Vorarlberg liegt.

Ein Zeichen des hart geführten Wettbewerbs. Die AUA wirft Unternährer einen Interessenskonflikt vor. (Fotos: Roman Payer und Peoples)

Der Ostschweizer Flughafen Altenrhein (IATA-Code: ACH), der mit der Peoples Viennaline auch eine Fluglinie nach Wien betreibt, hat nach eigenen Angaben den Konkurrent Austrian Airlines überholt. Seit Oktober 2011 hat Peoples Monat für Monat mehr Passagiere als die AUA, sagte Doppel-CEO Armin Unternährer Freitagvormittag auf einer Pressekonferenz in Altenrhein. Austrian Aviation Net war eingeladen.

Unternährer, der sowohl Flughafen- als auch Airlinechef ist, zog eine aus seiner Sicht durchaus positive Bilanz für das Jahr 2011. Die Peoples Viennaline beförderte im ersten Betriebsjahr knapp unter 38.000 Passagiere. Dementsprechend hoch war das Passagierwachstum am Flughafen: 95.192 Linien- und Charterpassagiere zählte der Kleinstflughafen im vergangenen Jahr, um 37 Prozent mehr als 2010. Die Flugbewegungen stiegen im Jahresvergleich um 43 Prozent.

Die Passagierzahlen am Flughafen Altenrhein zwischen 2007 und 2011
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Der scharfe Konkurrenzkampf, der zwischen Peoples und AUA herrscht, habe die Ticketpreise um etwa 20 Prozent gedrückt. Jedoch fliegen neun von zehn Passagieren geschäftlich zwischen Altenrhein und Wien, daher seien die Erträge trotzdem gut. Die Auslastung lag "knapp unter 50 Prozent", so Unternährer, der den Breakeven spätestens 2013 erreichen will. Der AUA richtete er aus: "Solange ich lebe, werden wir hier fliegen."

Sehr genau beobachtet Unternährer auch die Situation am nördlichen Ufer des Bodensees: In Friedrichshafen könnte bei InterSky mit dem Einstieg eines noch nicht offiziell genannten Investors kein Stein auf dem anderen bleiben. Die Regionalairline InterSky, die von Friedrichshafen ebenfalls nach Wien-Schwechat fliegt, hatte im Herbst bereits den Morgen- und Abendflug gestrichen. Das sei auch der Peoples Viennaline entgegen gekommen, so Unternährer.

Unternährer denkt auch bereits an die Zeit, wenn die AUA nicht mehr nach Altenrhein fliegt. Der Vertrag zwischen dem Flughafen Altenrhein und Austrian Airlines läuft nämlich 2015 aus. Sobald Peoples das Monopol auf der Strecke ACH-VIE hat, hält es Unternährer für denkbar ein zweites Flugzeug anzuschaffen oder auf den größeren Embraer E190 umzusteigen. Derzeit fliegt Peoples mit dem etwas kleinerem E170-Jet.

Noch heuer soll am "People Business Airport" der Parkplatz vergrößert werden. Ab 2014 könnte dann gemeinsam mit benachbarten Firmen ein Parkhaus entstehen. Außerdem sei ein neuer Terminal in Planung. Beide Bauvorhaben müssen allerdings erst behördlich bewilligt werden. Inklusive Fremdinvestitionen sollen an die 50 Millionen Schweizer Franken in den Standort Altenrhein gesteckt werden.

Bis März wird es laut Unternährer noch ein technisches Audit durch die Austro Control geben. Die Fluglizenz AOC ("Air Operator Certificate") wird im ersten Jahr nur befristet vergeben, dann für fünf Jahre. Den Wirbel um die leerstehenden Büros in Dornbirn, dem offiziellen Firmensitz der Altenrhein Luftfahrt GmbH, sieht Unternährer als geklärt. Die Austro Control und die Schweizer Behörden hätten das mehrfach überprüft. Die Büroräume seien mittlerweile besetzt: Verkaufsleiter Stefan Kopf, der Bruder von Eigentümer Markus Kopf, arbeite von dort aus. Der Firmensitz in Vorarlberg mache Sinn, die Mehrheit der Passagiere sei von dort. Außerdem würden auch die Vorarlberger Piloten die Räumlichkeiten in Dornbirn nützen.

Für die Sommermonate verhandelt Unternährer im Moment eine Charter-Kette nach Italien. Ansonsten gebe es vereinzelt Anfragen das Peoples-Flugzeug zu chartern. Die Linienflüge nach Wien sollen in den auf Geschäftsreise-Strecken traditionell schwachen Urlaubsmonaten Juli und August ausgedünnt werden. Das haben AUA und Peoples bereits im vergangenen Sommer so gemacht.



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Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Seit 2016 schreibt er als Autor auf Austrian Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.