OLT: Flugzeugteile ab 1 Euro

Verwertung des Inventars der OLT Express beginnt. Der Technikbetrieb in Saarbrücken hingegen erfreut sich voller Auftragsbücher und Neukunden. Ein Investor soll sich für den Part-145-Betrieb interessieren.

Sah schon bessere Zeiten: Fokker 100 der ehemaligen Regionalfluggesellschaft OLT Express Germany. (Foto: OLT)

Das Inventar der im Jänner diesen Jahres in die Insolvenz geflogenen Regionalfluggesellschaft OLT Express findet sich nun beim Online-Auktionator Dechow zur Zwangsversteigerung. So sind zahlreiche Inventarstücke - vom Müllbehälter über Werkzeugkoffer bis hin zu Spezialteilen für das Muster Saab 2000 - unter dem Hammer.

Die zur Versteigerung stehenden Teile dürften dem ehemaligen OLT-Express-Technikbetrieb Bremen entstammen. Auch der Verwaltungsstandort Filderstadt soll zwischenzeitlich katalogisiert und stillgelegt worden sein.

Maintenancebetrieb Saarbrücken trotzt Insolvenz

Im Technikbetrieb in Saarbrücken hingegen kann von Auflösung keine Rede sein. Accountable-Manager Kanut Schmitz bestätigte auf telefonische Anfrage, dass man nebst Aufträgen von Leasinggesellschaften sogar Neukunden gewinnen habe können. So wartet man derzeit Maschinen der Typen Fokker 100, Fokker 50 und ATR72 in den Hangars der ehemaligen Contact Air. "Es gibt einen ernsthaften Investor, der sich für den Erwerb des Part-145-Technibetriebs interessiert", so Schmitz. Im Falle dessen, dass der Wartungsbetrieb aus der Insolvenzmasse herausgekauft werden sollte, würde dadurch ein unabhängiger Technikbetrieb in der Mitte Europas entstehen. "Ich gehe davon aus, dass wir unser Portfolio an Wartungsberechtigungen erweitern können. Unter anderem ist geplant, dass wir die Typenberechtigung für die Bombardier Dash 8-Q400 erlangen und auch für dieses Muster unsere Wartungsdienstleistungen anbieten können", hofft Kanut Schmitz für die Zukunft.

MIP macht weiter

Die MIP Service & Travel GmbH rundum die ehemalige Cirrus-Geschäftsführerin Ingrid Schultheis arbeitet entgegen anderslautender Gerüchte weiter. "Wir haben durch die Insolvenz des Großkunden OLT Express den Personalstamm etwas reduziert und unseren Firmensitz vom Flughafen Saarbrücken weg verlegt und arbeiten an unseren anderen Projekten weiter", so Ingrid Schultheis, Geschäftsführerin der MIP. Diese Servicegesellschaft war für Vertrieb und Service des "neuen" OLT-Express-Produkts zuständig und musste im Zuge des Konkurses der Regionalfluggesellschaft ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Schultheis gibt sich hierzu weniger optimistisch, dass man diese rasch realisieren können wird: "Mal sehen was für eine Quote verteilt werden wird. Das kann sich möglicherweise noch über Jahre hinziehen."

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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