Niki: Weitere Steine im Weg

Fairplane bringt Insolvenzantrag in Korneuburg ein.

Noch ist die Zukunft der österreichischen Ferienfluggesellschaft Niki nicht ganz klar (Foto: Jan Gruber).

Die insolvente Ferienfluggesellschaft Niki soll an die International Airlines Group gehen, jedoch wird dabei laut Masseverwalter Lucas Flöther nicht die Niki Luftfahrt GmbH als komplettes Unternehmen veräußert, sondern lediglich deren Assets. Dies hat zur Folge, dass ein Weiterbetrieb auf Grundlage einer neuen Firma erfolgt und von Air Berlin für Niki ausgestellte Tickets nicht anerkannt werden müssen.

Dazu kommt, dass das Fluggastrechteportal Fairplane am Landesgericht Korneuburg einen Insolvenzantrag gegen Niki einbrachte, über den seitens des Gerichts am Mittwoch entschieden werden soll. Fairplane sieht diverse Probleme bei der Insolvenz in Deutschland, da es sich um ein vorläufiges Verfahren mit vorläufigem Insolvenzverwalter handeln würde. Formell wäre daher über Niki noch gar kein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Auch ist das Portal der Ansicht, dass die Niki-Insolvenz unabhängig von den Air-Berlin-Interessen behandelt werden müsse, weshalb man auch eine Beschwerde eingebracht habe.

Mit einer durchaus abenteuerlichen Argumentation auf Grundlage des neuen EU-Insolvenzrechts meldete Niki in Berlin-Charlottenburg statt Korneuburg Insolvenz an. Argumentiert wurde die Zuständigkeit des deutschen Gerichts unter anderem damit, dass der Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit von Niki in Deutschland liegen würde und sich die defacto-Kontrolle des Unternehmens in der Air-Berlin-Zentrale befinden würde.

Insolvenzverwalter Lucas Flöther äußerte gegenüber verschiedenen Medien erhebliche Bedenken bezüglich der Beschwerde von Fairplane. So könnte dadurch der Kaufvertrag mit der IAG platzen. Über den Antrag des "Kleingläubigers", so das Amtsgericht Charlottenburg, wolle man am Donnerstag entscheiden. Eine aufschiebende Wirkung soll diesem laut Gericht allerdings nicht zukommen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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