Niki-Übernahme durch Lufthansa wackelt

Sachwalter und Thomas Winkelmann sollen "Plan B" suchen.

Airbus A321 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Mit raschem grünen Licht für die Übernahme von Niki durch die Lufthansa Gruppe ist nicht mehr zu rechnen, denn dem Vernehmen nach soll es in der EU-Kommission erhebliche Bedenken geben, die zu einer vertieften Prüfung führen könnten. Jene Niki-Flüge, die ab Jänner im Eurowings-Flugplan "verschwinden" sollten, wurden zwischenzeitlich aus dem Verkauf genommen.

Bereits vor einigen Wochen erklärte Lufthansa-Vorstandsmitglied Thorsten Dirks, dass die Transaktion bis Jahresende abgeschlossen sein müsste, da andernfalls auch Niki sonst die Insolvenz drohen würde. Laut verschiedenen Medienberichten soll der Kranich-Konzern in größerem Umfang Niki-Tickets kaufen, um so die Air-Berlin-Tochter mit Kapital versorgen zu können. Bei einer Untersagung durch die EU-Kommission wäre anzunehmen, dass dies sofort eingestellt werden würde. Verschiedene deutsche Zeitungen schreiben auch, dass Lufthansa zahlreiche Maschinen der Niki-Flotte bei den Leasinggebern gekauft hätte und gar die Gefahr bestehen würde, dass der Kranich-Konzern diese sofort abziehen würde, was bedeuten könnte, dass Niki binnen sehr kurzer Zeit quasi ohne Flugzeuge dastehen würde.

Niki wurde seitens Air Berlin rund um die Anmeldung der Insolvenz der Muttergesellschaft als profitabel dargestellt. Der Verkaufserlös sollte gar zur Besicherung des umstrittenen KfW-Bank-Kredits dienen, doch nun ist die Rede von einem hochdefizitären Carrier, der pro Woche zehn Millionen Euro Miese einfliegen soll.

Mitbewerber wie Condor fordern nun eine vertiefende Prüfung, da diese sich angesichts der Zuschläge an Lufthansa benachteiligt sehen. Bei Air Berlin soll man sich aber bereits auf einen Plan B vorbereiten: Unbestätigten Gerüchten nach sucht man nun wieder das Gespräch mit der Bietergemeinschaft Thomas Cook/Condor/Niki Lauda.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

    Special Visitors

    AlbaStar / EC-NAB
    Armée de l'Air / F-RADA
    CargoLogicAir / G-CLAA
    Astral Aviation / TF-AMM
    AirExplore / OM-KEX
    EAT Leipzig / D-AEAA
    AirBridgeCargo / VQ-BIA

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    Robert Hartinger

    Christoph Aumüller