Niki: Übernahme durch Lufthansa geplatzt

Heimischer Ferienflieger in akuter Insolvenzgefahr.

Foto: Peter Unmuth.

Die Übernahmen der österreichischen Ferienfluggesellschaft Niki und ihrer deutschen Schwester Luftfahrtgesellschaft Walter wurden seitens der EU-Kommission nicht durchgewunken. Die Wettbewerbsbehörde hat schwere Bedenken und die von Lufthansa angebotenen Slot-Abgaben waren offenbar nicht ausreichend. Doch das rote Licht führte gleich zu einem Knalleffekt, denn der Kranich zog sein Übernahmeangebot für Niki zurück.

Die Zukunft der österreichischen Ferienfluggesellschaft hängt damit an einem seidenen Faden, denn defacto kann das Team um Geschäftsführer Oliver Lackmann nur noch darauf hoffen, dass die österreichische Bundesregierung zu ihrem Versprechen, das vor der Nationalratswahl gemacht wurde, steht und Niki einen Überbrückungskredit gewährt, um mehr Zeit zu gewinnen. 

Die EU-Kommission hält die Übernahme von Niki und Integration in die Eurowings-Gruppe für nicht genehmigungsfähig. Lufthansa wird daher diese Übernahme nicht weiterverfolgen. Der Airline Niki droht der Konkurs, sofern sich nicht unverzüglich ein neuer Investor findet oder der Staat aushilft. Lufthansa wird die "Zwischenfinanzierung" mit sofortiger Wirkung einstellen.

Betreffend der Luftfahrtgesellschaft Walter erhielt die Lufthansa ebenfalls kein grünes Licht, da die beiden Übernahmen als Gesamtpaket eingereicht wurden. Im Gegensatz zu Niki wird man laut Lufthansa den LGW-Zukauf weiterverfolgen und auf zahlreiche Slots verzichten, um doch noch eine Phase-I-Freigabe erhalten zu können. Dazu reichte man überarbeitete Vorschläge an die EU-Kommission ein.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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