Niki: Laudamotion braucht nicht jeden

Einige Bereiche der insolventen Ferienfluggesellschaft sollen im Nachfolgeunternehmen kleiner ausfallen.

Insbesondere im Office soll es nicht für jeden Niki-Mitarbeiter einen neuen Job bei Laudamotion geben (Foto: Martin Metzenbauer).

Der dreifache Formel-Eins-Weltmeister Niki Lauda kündigte im Zuge seiner Öffentlichkeitsarbeit rund um die Übernahme von Assets der insolventen Ferienfluggesellschaft Niki durch seine Bedarfsfluglinie Laudamotion an, dass er sämtliche Niki-Mitarbeiter übernehmen werde bzw. diesen ein Jobangebot für einen Arbeitsvertrag bei Laudamotion machen werde. Ganz so genau scheint dies aber nicht genommen zu werden.

Im Zuge der Übernahme ging es jedoch niemals darum die insolvente Niki Luftfahrt GmbH als komplettes Unternehmen zu erwerben und dieses wie es ist fortzuführen, sondern es wurden Assets und Teile des Geschäftsbetriebs an Laudamotion verkauft. Gleichzeitig vermied man - übrigens auch wenn Anisec/Vueling zum Zug gekommen wäre - einen klassischen Betriebsübergang.

Wie Austrian Aviation Net von mit der Sache vertrauten Personen in Erfahrung bringen konnte, soll Laudamotion jedoch nicht alle Mitarbeiter übernehmen. Hierbei geht es nicht darum, dass diese nicht beim neuen Dienstgeber unterschreiben wollen, sondern laut Insidern gar kein Jobangebot bekommen sollen. Betroffen sind dabei verschiedene Unternehmensbereich, beispielsweise die Ground Operations. Diese soll verkleinert werden und einen künftig mit weniger Personal auskommen.

Laut dem Insider soll nicht jeder ein Angebot von Laudamotion bekommen haben und wenn auch nicht unbedingt für den selben Job. So soll manchen Niki-Mitarbeitern angeboten worden sein, dass sie beispielsweise statt am Boden in der Kabine arbeiten könnten oder aber andere Positionen besetzen könnten, aber nur falls die Wunschkandidaten den Dienstvertrag mit Laudamotion nicht unterschreiben sollten.

Weiters heißt es aus Kreisen des Niki-Betriebsrats, dass zumindest zwei Personen, die als Arbeitnehmervertreter tätig waren, bislang weder ein Angebot, noch einen Dienstvertrag von Laudamotion erhalten haben sollen. Auch wurde diesen keine neue Arbeitsstelle bei Laudamotion zugewiesen. Die erhebliche Kritik lautet, dass es doch nicht für alle Niki-Mitarbeiter einen Job bei Laudamotion geben könnte.

In der vergangenen Woche wurden dem fliegenden Niki-Personal in Wien und Düsseldorf neue Arbeitsverträge für Laudamotion zur Unterschrift vorgelegt. Am Montag war dann die Verwaltung im Office und die Technik am Flughafen Wien an der Reihe. Offenbar hat Laudamotion jedoch einen geringeren Personalbedarf als ursprünglich öffentlich seitens Niki Lauda kommuniziert. Dieser Umstand könnte auch mit der Verkleinerung der Flotte zusammenhängen, da Lauda lediglich mit 15 Airbus-Jets abheben möchte, Niki jedoch vormals eine größere Flotte betrieben hat.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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