Niki Lauda spricht bei Norbert Hofer vor

Erstes offizielles Treffen.

Norbert Hofer (FPÖ) wurde am 18. Dezember 2017 zum Verkehrsminister Österreichs angelobt (Foto: BMVIT / Thomas Jantzen).

Der neue österreichische Verkehrsminister, Norbert Hofer (FPÖ), darf sich bereits am ersten vollen Arbeitstag seit seiner Angelobung dem Thema der schwierigen Zukunft der insolventen heimischen Fluggesellschaft Niki widmen. Dazu empfängt er zur Stunde den Firmengründer und Kaufinteressenten Niki Lauda, wie Austrian Aviation Net aus Kreisen des Verkehrsministeriums erfahren konnte.

Norbert Hofer gilt nicht nur als äußerst luftfahrtaffin, sondern ist gelernter Flugzeugtechniker. Daher ist anzunehmen, dass der neue Verkehrsminister sich bestens mit Luftfahrt und Fluggeräten auskennt und mit Lauda ein fachliches Gespräch führen wird.

Der dreifache Formel-Eins-Weltmeister kritisierte in den letzten Tagen das Verhalten der Lufthansa Gruppe äußerst heftig, da sich der Konzern den Löwenanteil der Niki-Flotte bereits sicherte. Allerdings ist in der negativen Kommissionsentscheidung auch zu lesen, dass Lufthansa die Deals rückgängig machen muss oder zu marktüblichen Konditionen an Niki bzw. LGW (betreffend deren Fluggerät) vermieten muss. Während Lufthansa erklärte, dass man sich daran halten werde, behauptet Lauda das Gegenteil, denn nur zwei bis drei Flugzeuge wären noch "bei Niki".

Was sich Niki Lauda vom Gespräch mit Norbert Hofer konkret erwartet, ist nicht bekannt. Es kann spekuliert werden, dass der Kaufinteressent diverse Möglichkeiten der Unterstützung - muss nicht zwangsläufig finanzieller Natur sein - auslotet, denn Lufthansa spannte die deutsche Bundesregierung, die zeitweilig sich auch anmaßte als Vize-Ersatz-Reserve-Pressesprecher der Fluggesellschaft Niki zu fungieren, vor den Karren, weshalb es absolut nicht auszuschließen ist, dass sich Lauda nun in Österreich entsprechende politische Rückendeckung sucht.

Lauda ist allerdings in der Vergangenheit niemals ein Anhänger der FPÖ gewesen und setzte sich bei den drei Bundespräsidentenwahlen gar öffentlich gegen Norbert Hofer ein. Politische Privatmeinungen sollten in Österreich jedoch bei offiziellen Terminen keine Rolle spielen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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