Niki: Gewerkschaft macht Druck

Übernahme durch Lufthansa wackelt.

Airbus A321 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Der Bundesvorstand der ÖGB-Teilgewerkschaft GPA-DJP schlägt angesichts der völlig unklaren Zukunft betreffend der geplanten Niki-Übernahme durch Lufthansa Alarm. Die Arbeitnehmervertreter appellieren an die Verantwortlichen beim Kranich-Konzern und in der EU-Kommission, dass diese rund 1.000 österreichische Arbeitsplätze nicht leichtfertig aufs Spiel setzen sollen.

Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier ist eine Teilorganisation des Österreichischen Gewerkschaftsbunds und vertritt die Interessen der Niki-Beschäftigten. Die Arbeitnehmervertreter erklären in einer Aussendung, dass man die aktuellen Meldungen betreffend der Zukunft der heimischen Air-Berlin-Tochter mit großer Sorge verfolge.

Die EU-Kommission scheint durchaus berechtigt ein großes Problem mit dem von Mitbewerbern als "abgekartetes Spiel" bezeichneten Übernahme von LGW, Niki und einigen Flugzeugen der Air Berlin zu haben. Lufthansa könnte sich durch die teils exorbitanten Ticketpreise, die seit dem Marktaustritt der insolventen Air Berlin genommen werden, ein klassisches Eigentor geschossen haben. Gebetsmühlenartig wird zwar behauptet, dass diese der hohen Nachfrage geschuldet wären und die Systeme automatisiert arbeiten würde, jedoch scheinen sich die Wettbewerbshüter davon wenig beeindrucken zu lassen.

Im Fall von Niki ist es so, dass die Routen bereits in Eurowings-Systemen buchbar waren, jedoch in den letzten Tagen wieder entfernt wurden. Insbesondere Mitbewerber Condor erklärt öffentlich, dass man erwarte, dass die Vorgänge geprüft werden. Kurz gesagt: Die einst unterlegene Bietergemeinschaft Condor/Thomas Cook/Niki Lauda erhofft sich so in einem zweiten Anlauf doch noch Niki unter den Nagel reißen zu können. Offenbar gefällt diese Lösung der zuständigen EU-Kommissarin weit besser als eine Übernahme durch Lufthansa.

Doch gerade der Kranich-Konzern soll in den letzten Wochen und Monaten durch den systematischen Aufkauf von Niki-Tickets die österreichische Ferienfluggesellschaft in der Luft gehalten haben. Sollte der Deal nicht unverzüglich bewilligt werden oder eine vertiefte Prüfung eingeleitet werden, will Lufthansa diese Zwischenfinanzierung umgehend einstellen und behauptet, dass Niki dann ebenfalls den Gang zum Insolvenzrichter antreten müsste.

Die Folge könnte sein - so die Ansicht der Gewerkschafter -, dass Niki mit rund 1.067 Beschäftigten pleite  wäre. Eine Resolution an die zuständigen Spitzen von Lufthansa und EU-Kommission sollen nun zu einem Umdenken führen. Die GPA-DJP vermied es allerdings in einer Aussendung direkt "pro-Lufthansa" einzutreten, jedoch bemerkt man zwischen den Zeilen, dass der Kranich als Optimallösung betrachtet wird.

"Die inzwischen leidgeplagten Beschäftigten brauchen eine verlässliche Zukunftsperspektive. Bei allem Verständnis für wettbewerbsrechtliche Bedenken der EU Kommission ist eine zwangsweise Zerschlagung von Unternehmen und der damit einhergehende Verlust von Arbeitsplätzen absolut inakzeptabel. Die Zukunft von mehr als 1000 Beschäftigten darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden", erklärt Karl Dürtscher, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der GPA-DJP.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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