Niki: Air Berlin bestätigt Streckenstreichungen

Kapazitäten sollen für neue Warmwasser-Strecken verwendet werden.

Foto: Peter Unmuth - www.vap-group.at

Die österreichische Fluggesellschaft Niki, die dem Air-Berlin-Konzern angehört, wird die Strecken Wien-Moskau, Wien-Frankfurt und Wien-Kopenhagen einstellen. Dies bestätigte am Dienstagabend der neue Air-Berlin-Kommunikationschef Aage Dünhaupt im Gespräch mit Austrian Aviation Net. Als Grund gab er schlechte Auslastung und bedingt durch starken Wettbewerb schlechte Yields an. Wien-Madrid hingegen soll nicht eingestellt werden.

Den starken Wettbewerb mit dem Lufthansa-Konzern spüre man insbesondere auf der Strecke Wien-Frankfurt enorm. "Es macht wirtschaftlich gesehen keinen Sinn mehr diese Strecke weiterhin zu betreiben. Wahrscheinlich werden die Preise der Mitbewerber nun wieder angehoben", so Aage Dünhaupt. "Wie meine Niki-Kollegin Mielene Platzer bereits richtig sagte, ist auf der Wien-Moskau-Strecke bedingt durch die Krise die Nachfrage eingebrochen. Dazu kommt, dass durch eine Vielzahl von Anbietern nicht nur Überkapazitäten vorhanden sind, sondern es sich schlichtweg nicht rechnet über drei Stunden mit Maschinen des Typs Embraer 190 bei schlechten Yields nach Moskau-Domodedovo zu fliegen." Kopenhagen wird ebenfalls wegen mangelnder Nachfrage eingestellt.

"Es macht keinen Sinn mehr, dass wir diese Strecken weiterhin anbieten", so Dünhaupt gegenüber Austrian Aviation. Eine mögliche Verkleinerung der Niki-Flotte wies er allerdings scharf zurück: "Es stimmt überhaupt nicht, dass wir bei Niki die Flotte oder gar das Personal kürzen. Die Kapazitäten werden im Rahmen einer Expansion ab Wien anderweitig eingesetzt. Beispielsweise werden wir weitere Warmwasser-Destinationen anbieten."

Angesprochen darauf warum beispielsweise die dem Vernehmen nach ebenfalls nicht berauschend laufende München-Strecke gestrichen wurde sagte Air-Berlin-Kommunikationschef Dünhaupt: "Unsere Netzwerkplaner haben sich gut überlegt welche Strecken eingestellt werden müssen und München ist definitiv nicht dabei." 

Wien-Abu Dhabi wartet auf Codeshare-Genehmigung
Im Hinblick auf die bevorstehende Streckenaufnahme Wien-Abu Dhabi kündigte Aage Dünhaupt an, dass man in Kürze einen Codeshare zwischen Niki und Etihad Airways vorstellen werde. "Im Moment liegt dies noch zur formellen Bewilligung bei den Behörden. Wir gehen aber davon aus, dass wir bald das formelle Okay bekommen werden", so Dünhaupt. "Mit der Situation in Deutschland im Hinblick auf untersagte Etihad-Flugnummern auf Air-Berlin-Flügen hat das rein gar nichts zu tun."

In Deutschland werde Großaktionär Etihad Airways entsprechende Rechtsmittel einlegen. "Es geht nicht um Flüge von Etihad Airways, auf denen wir auch AB-Flugnummern gelegt haben, sondern ausschließlich um mit Air-Berlin-Blech durchgeführte Flüge, auf die Etihad Airways ihre Flugnummern legt. Der entsprechende Bescheid ist daher auch an Etihad Airways adressiert, so dass nur Etihad Rechtsmittel einlegen kann", erklärt Aage Dünhaupt, der sich mehr Transparenz bei solchen Entscheidungen wünscht. "Weder für Air Berlin, noch für Etihad Airways ist nachvollziehbar wie es zu dieser Entscheidung des Luftfahrtbundesamts gekommen ist."

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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