Neues Design: Kosmetik für den City Airport Train

Ab morgen wird die erste umgestaltete Garnitur des City Airport Trains zwischen Wien-Mitte und dem Flughafen Wien eingesetzt. Der Presse wurde die Garnitur heute präsentiert. Für Austrian Aviation Net hat Paul Blasl die neuen Ledersitze getestet.

Fotos: Paul Blasl

Nach drei Monaten im Technikzentrum der ÖBB am Matzleinsdorfer Platz wurde nun die erste umgestaltete Garnitur des City Airport Trains der Öffentlichkeit vorgestellt und anschließend von Engelbert Mayr, Geschäftsführer der ÖBB Technische Services, der CAT-Geschäftsführung termingerecht übergeben. Sie soll ab Mittwoch im Dienst stehen. Das veränderte Design umfasst neben einer rundum erneuerten Außenlackierung den gesamten Innenraum.

Seitdem die erste Garnitur im Oktober 2010 in die Werkstätte gebracht wurde, hat sich oberflächlich einiges geändert: Die Innenausstattung der Doppelstockwagen wurde um neue Polsterungen und Volllederbezügen an den Sitzen und erneuerten Glastrennwänden erweitert. Sowohl außen wie innen ist das Corporate Design im CAT-Grün nun allgegenwärtig. Der dabei angedachte Wiedererkennungswert wird damit wohl voll erreicht. Zwar ist auch der Gesamteindruck stimmig und lässt keine Ecken oder Kanten am Design erkennen, nichtsdestoweniger war der Umbau keineswegs der große Quantensprung sondern lediglich kosmetischer Natur. Viel zu sehr erinnert die umgebaute Garnitur noch an die klassischen ÖBB-Doppelstockwagen, wie sie im Wiener Schnellbahnnetz unterwegs sind – sogar die Sitze sind dieselben, lediglich mit ausgetauschten Bezügen. Letztere sind zwar aus Leder, machen aber deshalb die Garnitur nicht gleich zur „First-Class“, obwohl dies durchaus beabsichtigt war und man sich sichtlich darum bemüht hatte.

Der CAT wird von Geschäftsreisenden und Urlaubspassagieren zu gleichen Teilen genutzt. (Foto: City Airport Train)

Die Investition in die drei City Airport Train-Garnituren wurden im Rahmen eines gesetzlichen vorgeschriebenen, technischen Großcheck vollzogen und wird als Zukunftsinvestition angesehen, die die Passagierzahlen des seit sieben Jahren im Betrieb befindlichen Unternehmens weiter steigen lassen soll. Nachdem im Jahr 2004 mit Beförderungszahlen von rund 650.000 Personen begonnen wurde, befördert der CAT seit nunmehr zwei Jahren mehr als eine Million Passagiere nonstop vom und zum Flughafen Schwechat nach Wien Mitte, damit transportiert der CAT etwa jeden zwanzigsten Passagier des Flughafens Wien. 2010 wurde – trotz der Wirtschaftskrise – ebenfalls wieder ein positives Ergebnis geschrieben. Aktuell hält man in Sachen Passagierzahlen wieder am Niveau vor der Krise. Damit erreicht man rund 15 Prozent Marktanteil gegenüber der gewöhnlichen Schnellbahn und dem Individualverkehr als Zubringerfunktion zum Flughafen, ist jedoch dabei mit einer 16 minütigen Fahrzeit schneller als die letztgenannten.

Ein weiteres, kräftiges Wachstum der Passagierzahlen scheint aber noch durchaus möglich: Nach einer Studie des Gallup Instituts im Oktober 2010, wird dem Unternehmen hohe Kundenzufriedenheit bescheinigt und neun von zehn Passagieren würden den CAT wieder benutzen. Das gerade eben im Vollzug befindliche Refurbishment der Garnituren wird wohl das Übrige tun.

Im September 2011 soll schließlich die letzte der drei Garnituren eben diesem unterzogen worden sein und sich damit der gesamte CAT-Fuhrpark im neuen Design präsentieren. Die Geschäftsführerinnen des City Airport Trains, Elisabeth Landrichter und Doris Pulker-Rohrhofer beziffern den Umbau pro Garnitur dabei mit 250.000 bis 300.000 Euro. Die Ticketpreise sollen dabei aber stabil auf dem jetzigen Niveau verbleiben und würden laut der Geschäftsführung „als durchaus angemessen empfunden“, trotz der parallel verkehrenden, gewöhnlichen, aber wesentlich billigeren Schnellbahn. Und alle die sich die Hoffnung gemacht haben, dass der CAT nach der Eröffnung des Wiener Hauptbahnhofs auch diesen anfährt, müssen – wie es derzeit aussieht – wohl enttäuscht werden. Dies rechne sich wirtschaftlich nicht, so die Geschäftsführung.

Die Übergabe des CATs: Ing. Engelbert Mayr (Geschäftsführer ÖBB-Technische Services GmbH), Mag. Elisabeth Landrichter (Geschäftsführerin CAT) und Mag. Doris Pulker-Rohrhofer (Geschäftsführerin CAT), Norbert Kettner (Direktor Wien Tourismus)

Autor: Paul Blasl
Das ist der Kurztext zu Paul Blasl.

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