Neue Prokuristin für Wizzair-Zweigniederlassung Schwechat

Ungarischer Billigflieger errichtete im Firmenbuch einen Österreich-Ableger.

Airbus A321 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizzair errichtete mit Wirksamkeit zum 10. Juli 2018 eine Zweigniederlassung in Österreich. Diese trägt den Namen "Wizz Air Hungary Ltd. Zweigniederlassung Schwechat" und ist am Landesgericht Korneuburg unter der Firmenbuchnummer 493464h eingetragen.

Als Alternative zur Gründung von Tochtergesellschaften können Unternehmen, die im EU-Raum tätig sind, auch lokale Zweigniederlassungen errichten. Rechtsträger bleibt jedoch das "Stammhaus im Mutterland", jedoch können Zweigniederlassungen durchaus weitgehend eigenständig auftreten, müssen im Firmenbuch des jeweiligen Landes, in dem die Niederlassung errichtet wird, eingetragen und darüberhinaus eine eigene Leitung, die jedoch den Weisungen der Zentrale unterliegt, bestellen und im Firmenbuch eintragen.

Die geschilderte Lösung ist insbesondere im Bankenwesen äußerst populär. Beispielsweise ist die französische Großbank BNP Paribas S.A. im Ausland weitgehend nicht mehr mit Töchtern tätig, sondern mit Zweigniederlassungen. So fusionierte man in den letzten Jahren beispielsweise in Deutschland und Österreich sämtliche 100-prozentigen Beteiligungen in die Muttergesellschaft, die nun als "BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland" bzw. "BNP Paribas S.A. Niederlassung Österreich" im Firmenbuch eingetragen sind. Im Kundenverkehr werden jedoch weiterhin die bekannten Marken wie Hellobank, Consorsbank oder Consors Finanz genutzt.

Bei Fluggesellschaften ist die Errichtung von Zweigniederlassungen schon lange üblich, denn bei der Errichtung einer Basis, die auch lokales Personal beschäftigt, ist es im Regelfall notwendig, dass die Mitarbeiter mit Arbeitsverträgen des jeweiligen Landes, in dem sich der Stützpunkt befindet, beschäftigt werden. Sofern es keine bilateralen Sonderregelungen gibt, sind Sozialabgaben und Steuern im Land der Zweigniederlassung, also an der Arbeitsstätte, zu entrichten. Im Inland genügt es eine zusätzliche Betriebsstätte zu melden. Diese Ansicht teilt insbesondere Ryanair nicht, die gelegentlich auf irische Leiharbeitsverträge setzt und die Meinung vertritt, dass man als irische Airline weitgehend ausschließlich dem Recht des Heimatlands unterliegt. Dieser Rechtsmeinung haben jedoch schon diverse Gerichte in Europa widersprochen.

Leiter der Wizzair-Zweigniederlassung Schwechat ist Konzernchef József János Váradi. Ihm zur Seite gestellt sind einige Prokuristen. Wie aus einer Pflichtveröffentlichung im Amtsblatt der Wiener Zeitung ersichtlich wurde für die Zweigniederlassung in Österreich mit Marion Anne Suzanne Geoffroy eine neue Bevollmächtige bestellt, die auf Owain Jones folgt. 

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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