Neue Laudamotion-Gutscheine unzulässig kurz befristet

Als Vertragspartner fungiert Ryanair, die irisches Recht vorschreibt.

Foto: Laudamotion GmbH.

Die irische Fluggesellschaft Ryanair verkauft nun auch Fluggutscheine mit Laudamotion-Motiven. Diese werden vom österreichischen Ableger als Weihnachtsgeschenk empfohlen, jedoch haben diese gleich mehrere Haken, die Kunden gröblichst benachteiligen:

Käufer von Gutscheinen müssen für den Erwerb einen Aufpreis von 2 Euro "Verwaltungsgebühr" entrichten. Weiters ist die Einlösung nur innerhalb eines Jahres möglich, was ist nach österreichischem Recht unzulässig ist, denn Gutscheine, die gekauft wurden, dürfen nicht befristet werden. Es gilt grundsätzlich die 30-jährige Verjährungsfrist, die im ABGB festgelegt ist. Eine kürzere Frist ist nach ständiger Judikatur des OGH mit sehr genauer sachlicher Begründung zulässig. Je kürzer die Frist, desto triftiger muss die Rechtfertigung sein. Der Ausschluss der Verlängerung ist ebenfalls unzulässig. 

Beworben wurden mittels der jüngsten Medienmitteilung explizit Laudamotion-Gutscheine, wobei auf der Firmenhomepage erst in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Fluggutscheine zu finden ist, dass Ryanair der Vertragspartner ist und obendrein ausschließlich irisches Recht gelten soll. Letzteres ist bei Endkundengeschäften ebenfalls unzulässig, da es sich nicht um einen Beförderungsschein, sondern um einen zinslosen Kredit für die Fluggesellschaft handelt. 

Laudamotion-Geschäftsführer Andreas Gruber erklärte auf Konfrontation mit den Verstößen, dass man "selbstverständlich alles auf das österreichische Recht anpassen werde" und derzeit die Hausjuristen an der Umsetzung arbeiten würden. Bis zur Umsetzung dieser notwendigen Anpassungen werde allerdings irisches Recht gelten, da die Gutscheine von Ryanair verkauft werden, so Andreas Gruber, der auch darauf hingewiesen hatte, dass die Einlösung sowohl für Flüge von Ryanair als auch von Laudamotion erfolgen kann.

"Die Gutscheine wurden gerade rechtzeitig zur Weihnachtszeit auf den Markt gebracht und sind das perfekte Geschenk für Familie und Freunde. Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit an, Flüge zu einem unschlagbaren Preisleistungsverhältnis, aus über 220 Destinationen in 37 Ländern, wie zum Beispiel Kroatien, Zypern, Griechenland, Italien, Portugal und Spanien, zu wählen", so Andreas Gruber.

Unabhängig davon wie lange Gutscheine gültig sind oder nicht, empfehlen österreichische Konsumentenschützer, dass diese so rasch wie möglich eingelöst werden, denn der Inhaber des Papiers gewährt dem Unternehmen - egal welcher Branche - einen zinslosen Kredit und ist im Falle einer Insolvenz ein so genannter Massegläubiger. Gehen Unternehmen Pleite so dürfen Gutscheine, die vor dem Tag der Insolvenzanmeldung ausgestellt wurden, aus gesetzlichen Gründen nicht mehr eingelöst werden. Bekannte Beispiele, bei denen viele Österreich regelrecht leer ausgingen, waren die Pleiten von Zielpunkt und Forstinger.

Wenn Gutscheine für ein konkretes "Projekt" geschenkt werden, sind diese stets eine interessante Weihnachtsüberraschung. Dann ist auch mit einer raschen Einlösung zu rechnen, denn Gutscheine, mit denen die Beschenkten nichts anfangen können, verstauben gerne in Schubladen und sind für die verkaufenden Unternehmen ein nettes Körberlgeld.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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