Netzwerkcarrier sind unersetzbar

Im Rahmen des dieswöchigen Fachgesprächs "Flugnetzwerke - Drehscheibe oder Endpunkte" wurde die aktuelle Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) und des österreichischen Luftfahrtverbands präsentiert. Diese Untersuchung mit Bezugsjahr 2009 beschäftigte sich mit der wirtschaftlichen Bedeutung von Netzwerkfluglinien für einen Hub-Flughafen und den Wirtschaftsstandort um diesen Airport.

Foto: Martin Metzenbauer

Der Flughafen Wien ist ein bedeutender Umsteige-Knotenpunkt in der Verbindung des Ost-West Flugverkehrs. Maßgeblich dafür ist die enge Verbindung mit dem Netzwerk Carrier, der Austrian Airlines Group (AAG). Dieser Netzwerkfunktion kommt eine große wirtschaftliche Bedeutung zu. Würde eine Netzwerkfluglinie wie die AUA nur mehr Strecken mit Lokalaufkommen bedienen, so hätte dies enorme volkswirtschaftliche Auswirkungen. Vor diesem Hintergrund wurde der volkswirtschaftliche Schaden untersucht. Dr Herwig Schneider (IWI): "Wir haben ein ökonomisches Modell entwickelt, das den Schaden auf drei Ebenen quantifiziert. Erstens gäbe es unmittelbare Auswirkungen für Passagiere. Bei einem Verlust der Netzwerkfunktion der AAG ist mit einem Rückgang von 45 Prozent der Flugstrecken und einem Verlust von 49 der 109 Zielorte. Von 144.000 Flügen würden 44.000 gestrichen werden."

Nächstens wurden die Schäden für die Leitbetriebe AAG und Flughafen Wien mit Umsatzeinbußen in der Höhe von 510,6 Millionen Euro berechnet. Hinzu käme ein Minus von 110,8 Millionen Euro an Besucherausgaben. Drittens würde der Wegfall der Netzwerkbedeutung der AAG zu einem gesamtwirtschaftlichen Verlust in der Höhe von 1,2 Milliarden Euro und in Folge zu einem Verlust von 7650 Arbeitsplätzen führen. Dazu KR Mario Rehulka, Präsident des Österreichischen Luftfahrtverband: "Die Ergebnisse dieser Untersuchung betonen die fundamentale Bedeutung der Netzwerkfluglinien und ihren Hub-Flughäfen."

Austrian hat laut Dr. Peter Malanik die "feste Absicht, die Drehscheibenfunktion aufrecht zu erhalten". Dabei braucht es neben den Anstrengungen, die innerhalb der des Unternehmens AAG gesetzt werden, eine gute Zusammenarbeit mit der Politik: "Die Ticket Abgabe gefährdet die Drehscheibe. Für uns ist diese Gebühr ein Stein im Rucksack, den wir mitschleppen müssen."

Mag. Norbert Draskovits, Präsident des Österreichischen Reisebüroverbandes und Geschäftsführer von BDC Travel, sieht Austrian mit ihrer Netzwerkfunktion und den Flughafen Wien als Grundvorraussetzung für den Wirtschaftsstandort Österreich: "2010 haben 330 internationale Unternehmen in Wien ihre CEE Headoffice angesiedelt." Der Verlust einer Netzwerkfunktion würde auch den Tourismus gefährden. Die Auswirkungen wären im Incoming Bereich am größten. Ein Low Cost Carrier könnte eine Netzwerkfluglinie nicht ersetzen: "Planungssicherheit ist für einen Reiseveranstalter enorm wichtig. Billigairlines sind abhängig von Subventionen und bieten zuwenig Stabilität. Netzwerkfluglinien sind einfach nicht zu ersetzen."

 

Studienautor Herwig W. Schneider (Foto: pressefotos.at/Formanek)

Autor: Maria Forrai
Das ist der Kurztext zu Maria Forrai.

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