Lugano: AUA verliert Swiss-Wetlease-Auftrag

Adria Airways übernimmt mit Beginn des Winterflugplans 2018/19 und soll "wirtschaftlicher", sprich billiger sein.

Mit Beginn des Winterflugplans 2018/19 feiert die Saab 2000 ihr Comeback auf Lugano-Zürich (Foto: www.AirTeamImages.com).

Auf Grundlage einer vom schweizerischen Bundesamt für Zivilluftfahrt ausgestellten Sondergenehmigung führt Austrian Airlines seit einigen Jahren Inlandsflüge zwischen Lugano und Zürich im Auftrag der Konzernschwester Swiss durch. Diese Bewilligung ist in der Eidgenossenschaft allerdings heftig umstritten und wurde bereits von lokalen Swiss-Mitbewerbern, die zum Teil nicht mehr existieren, beeinsprucht.

Austrian Airlines ist diesen Wetlease-Auftrag laut einem Bericht des Branchenportals "Aerotelegraph.com" in Kürze allerdings los, denn Swiss entschied sich für Adria Airways. Das Star-Alliance-Mitglied wird Maschinen des Typs Saab 2000 einsetzen, die bereits vor dem AUA-Auftrag auf dieser Route zum Einsatz gekommen sind. Der Wechsel wird mit Beginn des Winterflugplans 2018/19 erfolgen.

Mehr als zehn Jahre lang flog Darwin Airline für Swiss auf Lugano-Zürich v.v. ehe es aufgrund des Einstiegs von Etihad Airways zum Bruch kam. Anschließend wurde in 2014 Austrian Airlines mit der Durchführung beauftragt, wofür eine Sondergenehmigung des Bundesamt für Zivilluftfahrt notwendig war, da ein EU-Carrier nicht ohne weiteres innerhalb der Schweiz fliegen darf. Zum Einsatz kamen nun Dash 8-Q400, die sich laut dem Medienbericht von Aerotelegraph.com, der sich auf eine Swiss-Sprecherin, die den Wechsel zu Adria Airways bestätigte, bezieht, als nicht wirtschaftlich erwiesen habe.

Hinter der Maßnahme steckt also nicht "Eigenbedarf" von Austrian Airlines, sondern es ging schlichtweg ums Geld, denn dem Vernehmen nach sollen die von Adria Airways angebotenen ACMI-Raten preislich deutlich unter jenen, die Austrian Airlines verlangt, liegen. Dazu kommt, dass Zürich-Lugano über ein äußerst geringes Point-to-Point-Aufkommen verfügt, sondern primär als Feeder für Flüge der Lufthansa Group ab Zürich dient bzw. in umgekehrter Richtung als Anschlussflug. Das Muster Dash 8-Q400 erweist sich im direkten Vergleich mit der Saab 2000 als zu groß, da man die Flugzeuge ohnehin nicht ganz voll bekommt.

Adria Airways muss allerdings noch eine andere "Hausaufgabe" erledigen, denn das Muster Saab 2000 darf den Flughafen Lugano nur mit Sondergenehmigung anfliegen. Diese hatte ursprünglich Crossair inne, wobei im Zuge der Gründung von Darwin Airline diese an diesen Operator, der mittlerweile nicht mehr existiert, "übertragen" wurde. Die Bewilligung war daher explizit an Darwin Airline geknüpft, was für SkyWork unangenehme Folgen hatte, denn die kürzlich in den Konkurs geflogene Regionalfluggesellschaft hätte diese erst erlangen müssen. Selbiges gilt für Adria Airways und darüberhinaus ist für den ACMI-Auftrag die Zustimmung des Bundesamts für Zivilluftfahrt erforderlich, da es sich um eine Inlandsstrecke innerhalb der Schweiz handelt und Adria eben kein eidgenössischer Carrier ist.

Bei Austrian Airlines hingegen steht die Dash-8-Flotte hinsichtlich ihrer Stückzahl ohnehin auf dem Prüfstand, wie Aufsichtsratspräsident Harry Hohmeister kürzlich in einem Interview mit Austrian Aviation Net erklärte. Das bedeutet in weiterer Folge, dass das momentan noch für Swiss eingesetzte Flugzeug bei der AUA eigentlich gar nicht benötigt wird. Es ist damit zu rechnen, dass eine Reduktion der Dash-Flotte unmittelbar bevorsteht, da ein Eigenbedarf bei der AUA langfristig nichts existent ist, denn die Planung basiert auf größeren Mustern.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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