Lufthansa und Air Berlin sind sich einig

Kaufvertrag für Niki, die Luftfahrtgesellschaft Walter und Teile der Mainline soll heute um die Mittagszeit unterschrieben werden.

Airbus A320 am Flughafen Berlin-Tegel (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die Deutsche Lufthansa AG und die insolvente Air Berlin Group wurden sich erwartungsgemäß handelseinig. Wie verschiedene deutsche Medien unter Berufung auf Kranich-Chef Carsten Spohr berichten, soll zu Mittag der entsprechende Kaufvertrag vor einem Notar unterschrieben werden.

Lufthansa sicherte sich damit - wenig überraschend - den "Wunschzettel", der unter anderem die Luftfahrtgesellschaft Walter, Niki und einige Mittelstreckenjets, die bislang von Air Berlin genutzt werden, beinhaltet.

Die Gespräche mit Easyjet sollen bislang zu keinem positiven Abschluss geführt haben, wobei diese dem Vernehmen nach fortgesetzt werden sollen. Air Berlin nehme jedoch nun Gespräche mit dem Konsortium Niki Lauda, Thomas Cook und Condor auf. Das Ergebnis ist noch völlig offen.

Hinsichtlich des Verkaufs von Niki, der Luftfahrtgesellschaft Walter und Teilen der Air Berlin an Lufthansa ist festzuhalten, dass noch eine kartellrechtliche Genehmigung vorliegt. Theoretisch könnten die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde, das deutsche Bundeskartellamt und/oder die EU-Kommission noch ein Veto einlegen oder aber erhebliche Auflagen erteilen. Der Ausgang der Prüfung ist derzeit völlig offen und angesichts des starken Lobbying seitens der deutschen Bundesregierung zu Gunsten von Lufthansa auch nicht abschätzbar.

Als in Stein gemeißelt gilt allerdings, dass die Beschäftigten der Air Berlin (Mainline) nicht von den Käufern übernommen werden, sondern sich um ihre Arbeitsplätze neu bewerben müssen. Ein klassischer Betriebsübergang wird nicht erfolgen. Dies vermutlich deshalb, um bestehende Air-Berlin-Tarifverträge nicht übernehmen zu müssen.

Experten rechnen durch den möglicherweise bevorstehenden starken Ausbau der Marktanteile der Lufthansa-Gruppe mit steigenden Flugpreisen. Dies wird seitens des Kranich-Konzerns jedoch dementiert und es wird darauf verwiesen, dass sich der Wettbewerb weiter verschärfen werden.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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