Lufthansa tiefrot im ersten Quartal

Null Prozent Kapazitätswachstum für Eurowings geplant.

Airbus A380 (Foto: Flughafen München).

Die Lufthansa Group musste im ersten Quartal 2019 einen Rückgang des Adjusted-Ebit auf -336 Millionen Euro verzeichnen. Im Vorjahreszeitraum lag dieses bei +52 Millionen Euro. Der Billigableger Eurowings konnte nicht positiv, sondern eher negativ zum Konzernergebnis beitragen, denn diese Sparte weist ein Adjusted-Ebit in der Höhe von -257 Millionen Euro aus.

Im ersten Quartal des Vorjahres lag dieser Wert bei Eurowings bei „nur“ -212 Millionen Euro. Die Erlöse sollen währungsbereinigt 8,5 Prozent zurückgegangen sein. Hierfür macht der Kranich-Konzern unter anderem gestiegene Treibstoffpreise verantwortlich. Die Stückkosten sollen sich allerdings um 7,2 Prozent verbessert haben, was mit dem Wegfall von Integrationskosten der ehemaligen Air-Berlin-Flugzeuge sowie weiteren Kostensenkungsmaßnahmen begründet wird. Für das Jahr 2019 erwartet Lufthansa für Eurowings ein Kapazitätswachstum in der Höhe von null Prozent.

Auch Netzwerk-Airlines in den roten Zahlen

Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines wiesen nach dem ersten Quartal 2018 noch ein Adjusted-Ebit in der Höhe von +132 Millionen Euro aus. Heuer muss man ein -160 Millionen Euro kommunizieren. Auch die Ebit-Marge sank um sechs Prozent und wird mit -3,3 Prozent ausgewiesen. Die Erlöse gingen um 5,2 Prozent zurück, was Lufthansa insbesondere mit dem Wettbewerbsumfeld in Europa begründet.

„Überkapazitäten, insbesondere auf Kurz- und Mittelstrecken innerhalb Europas, haben unser Quartalsergebnis deutlich belastet. Gleichwohl sind wir zuversichtlich, dass unsere Stückerlöse schon im zweiten Quartal wieder steigen werden. Unsere Zuversicht basiert vor allem auf einer guten Buchungslage für die kommenden Monate“, so Ulrik Svensson, Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa AG.

Umsatz erhöht, Adjusted-Ebit tiefrot 

Der Konzernumsatz der Lufthansa Group stieg um drei Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Das Adjusted-EBIT ist mit -336 Millionen Euro allerdings tiefrot. Die Treibstoffkosten hätten sich laut Lufthansa im Jahresvergleich um 202 Millionen Euro verteuert. Weiters soll der Wettbewerb in Europa sehr hart sein, so dass unter dem Strich eine Adjusted-Ebit-Marge von -4,3 Prozent steht. Allerdings investierte der Konzern gleichzeitig auch 1,2 Milliarden Euro, beispielsweise in neues Fluggerät. Die Nettokreditverschuldung stieg aufgrund der erstmaligen Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 auf rund 5,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,5 Milliarden Euro). Ohne die Veränderung der Bilanzierungsregeln wäre sie stabil geblieben. Einschließlich der Pensionsverpflichtungen lag der Verschuldungsgrad (Nettokreditverschuldung im Verhältnis zum Ebitda) bei 2,4 (Vorjahr: 1,8). Auch hier erklärt sich die Veränderung größtenteils aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16. Der Adjusted Free Cashflow, in dem auch die im Finanzierungscashflow gezeigten Tilgungszahlungen für operative Mietverpflichtungen enthalten sind, ging auf 178 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 800 Millionen Euro). Neben dem rückläufigen Ergebnis waren dafür vor allem die gestiegenen Investitionen und höhere Steuerzahlungen im Zusammenhang mit den gestiegenen Ergebnissen der letzten Jahre verantwortlich. 

Auch die Service-Sparte konnte nicht zulegen

Die Geschäftsbereiche Technik und Catering konnten ihr Ergebnis im ersten Quartal steigern, den Rückgang im Bereich Logistik aber nicht kompensieren. In der Logistik-Sparte mit Lufthansa Cargo verringerte sich das Ergebnis um 67 Prozent auf 24 Millionen Euro (Vorjahr: 72 Millionen Euro), vor allem aufgrund der rückläufigen Marktentwicklung auf den Routen zwischen Europa und Asien, der sich auch Lufthansa Cargo nicht entziehen konnte. 

Das Adjusted Ebit der Lufthansa Technik lag 17 Prozent über Vorjahr bei 125 Millionen Euro (Vorjahr: 107 Millionen Euro), vor allem aufgrund einer deutlich verbesserten Entwicklung im Geschäftsbereich Triebwerksüberholung. 

Das Cateringgeschäft der LSG Group hat im ersten Quartal 2019 das Ergebnis auf 2 Millionen Euro gesteigert (Vorjahr: 1 Million Euro). Der Vorstand der Deutschen Lufthansa AG hat beschlossen, einen formalisierten Verkaufsprozess für eine mögliche Veräußerung der LSG Group als Ganzes oder in Teilen vorzubereiten. Ob am Ende des Prozesses ein Verkauf der LSG erfolgt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. 

Das Adjusted-Ebit der weiteren Gesellschaften und Konzernfunktionen ging vor allem aufgrund gestiegener IT-Investitionen um 30 Millionen Euro auf -59 Millionen Euro zurück (Vorjahr: -29 Millionen Euro).

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

    Special Visitors

    Royal Air Force (RAF) - UK / ZE700
    Wamos Air / EC-MNY
    Wamos Air / EC-MNY
    Japan Air Self-Defence Force (JASDF) / 80-1111
    Azerbaijan Gvmt. / 4K-AI08
    Azerbaijan Gvmt. / 4K-AZ888
    Smartlynx / S5-AAZ

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    Robert Hartinger

    Christoph Aumüller