Lufthansa: Neuerliche Schlappe vor EU-Kommission

Antrag auf Lockerung von Auflagen aus der Swiss-Übernahme neuerlich abgelehnt.

Swiss (im Bild) und Lufthansa müssen weiterhin mit Auflagen der EU-Kommission leben (Foto: Martin Metzenbauer).

Die Deutsche Lufthansa AG erlitt vor der EU-Kommission die nächste Schlappe, denn der Konzern beantragte die Aufhebung der Einschränkungen, die sich für Swiss und Lufthansa seit 2005 aufgrund der Übernahme ergeben haben. Die Wettbewerbshüter lehnten dies bereits einmal ab, die Unternehmen klagten dagegen und eine neuerliche Prüfung brachte erneut ein negatives Ergebnis.

Für Lufthansa ist es nach der untersagten Übernahme der ehemaligen Air-Berlin-Tochter Niki und Auflagen bezüglich der ehemaligen Jets, die an Laudamotion verleast werden müssen, eine weitere Schlappe, die man vor der EU-Kommission erlitt.

Bezüglich Swiss und Lufthansa geht es konkret um folgende Auflage: Die Übernahme des schweizerischen Luftfahrtunternehmens wurde im Jahre 2005 unter der Bedingung genehmigt, dass die beiden Unternehmen auf zahlreichen Kurz- und Langstrecken Einschränkungen erfüllen müssen. Diese sollen dazu dienen - so die EU-Kommission - um möglichen Wettbewerbern den Markteintritt erleichtern zu können um so für mehr Auswahlmöglichkeiten und niedrigere Flugscheinpreise für Konsumenten sorgen zu können. Swiss und Lufthansa müssen bei jedem veröffentlichten Tarif, der auf einer beobachteten Route gesenkt wird, diesen um den gleichen prozentualen Wert auf den beiden Strecken, um die gestritten wird, verringern. Wortwörtlich lautet diese Auflage: "Diese Verpflichtungszusagen sehen vor, dass die Fusionseinheit jedes Mal, wenn sie einen veröffentlichten Tarif auf einer vergleichbaren Referenzlinie verringert, eine (in Prozent) gleichwertige Verringerung auf die entsprechenden Tarife dieser beiden Linien vornimmt."

Lufthansa und Swiss waren auch dazu bereit ihre Kooperationen mit Star-Alliance-Partner SAS zu opfern, wenn dafür im Gegenzug die Auflagen auf Zürich-Warschau und Zürich-Stockholm aufgehoben werden würde. Betroffen sind zwar auch zahlreiche weitere Routen, jedoch wurde die Aufhebung der Einschränkungen nur für diese beiden Strecken beantragt. Erstmals wurde ein entsprechender Antrag in 2013 eingebracht, in 2016 seitens der EU-Wettbewerbshüter abgelehnt. Dagegen klagten die beiden Konzerne und ein Gericht entschied, dass neuerlich geprüft werden muss. Das Ergebnis: Neuerliche Ablehnung durch die Wettbewerbshüter.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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