Lufthansa fischt mit Singapore Airlines im Golf-Carrier-Teich

Es sind seltene Anlässe, an denen Singapore Airlines in Wien vor die Presse tritt. Diese Woche war es wieder einmal soweit. Der Grund: Austrian Airlines wird Teil der Codeshare-Vereinbarung zwischen Lufthansa und Singapore Airlines und der neue General Manager für die Region hat sich vorgestellt. Michael Csoklich war für Austrian Aviation Net dabei.

Airbus A380 von Singapore Airlines (Foto: Andy Graf).

Der Flugverkehr zwischen Europa und Asien bzw. Australien ist ein heiß umkämpfter Markt. Das Joint Venture zwischen Lufthansa und Singapore Airlines soll die Kräfte auf den Strecken zwischen Europa und Singapore sowie weiter nach Australien bündeln. Und es soll Passagiere von den Golf-Carriern zurückholen - und zwar vor allem über den Preis und auch die Zahl der täglichen Destinationen und Verbindungen. Von diesen Vorteilen können jetzt auch Kunden von Austrian Airlines profitieren.

Mit den erweiterten Codeshare-Verbindungen können Kunden von Singapore Airlines fortan auf mehr als 20 von Lufthansa und Swiss angebotenen Codeshare-Strecken über die Hubs München und Zürich von/zu verschiedenen Orten in Österreich, Belgien, Deutschland und der Schweiz reisen. Kunden von Lufthansa und Swiss können im Gegenzug auf von Singapore Airlines durchgeführten Codeshare-Flügen zu Zielen in Südostasien und dem Südwest-Pazifik reisen.

Die im Dezember von Singapore Airlines vorgestellte neue Kabinenausstattung der A380 wird im Sommer erstmals nach Europa, nämlich nach Zürich, eingesetzt werden. Vier Jahre wurde entwickelt, 730 Millionen Euro investiert. Derzeit werden die fünf neuen Flugzeuge des Typs A380 mit den neuen Produkten ausgestattet. Die Nachrüstung in 14 bestehenden A380 der Flotte beginnt Ende 2018 und soll 2020 abgeschlossen sein. Der neue Singapore Airlines A380 wird mit insgesamt 471 Sitzen ausgestattet sein, darunter sechs Singapore Airlines Suites sowie 78 Business Class-Sitze im oberen Deck. Auf dem Hauptdeck werden 44 Premium Economy Class-Sitze und 343 Economy Class-Sitze installiert.

Keine Aussicht besteht derzeit, dass Singapore Airlines wieder Wien anfliegt. "Wir haben da nichts zu verkünden", sagte General Manager Sy Yen Chen in Wien. Auf die Frage, ob die Low Cost Tochter Scoot nach Wien kommen könnte meinte Sy Yen Chen, das sei die Entscheidung von Scoot, und diese sei eine eigenständige Gesellschaft.

Zum Abschluss: Singapore Airlines hat mit 1. April 2018 die Verantwortlichkeit des bisherigen General Managers Germany, Austria, Central und Eastern Europe geändert und u.a. um die Schweiz erweitert. Sy Yen Chen ist damit der General Manager Germany, Switzerland and Austria mit Sitz in Frankfurt.

Die Flotte von Singapore Airlines  umfasst derzeit 108 Passagierflugzeuge, 123 weitere Flugzeuge sind bestellt. Das Streckennetz von Singapore Airlines, inklusive SilkAir, Scoot und Singapore Airlines Cargo, umfasst 140 Destinationen in 38 Ländern. Das Durchschnittsalter der Flotte liegt derzeit bei sieben Jahren und vier Monaten. Singapore Airlines ist Mitglied der Star Alliance.

Autor: Michael Csoklich
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Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Seit 2015 leitet er den LG für Wirtschaftsjournalismus in Krems, ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Austrian Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

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