Lilium will Flugtaxi-Flotte aufbauen

Der vollelektrische fünfsitzige Lilium Jet hat vor kurzem erfolgreich seinen Erstflug absolviert.

Ab 2025 sollen Passagiere mit dem Lilium Jet unterwegs sein (Foto: Lilium).

Passagierdrohnen-Hersteller schießen derzeit fast wie die Pilze aus dem Boden - ein weiteres Unternehmen aus diesem Bereich konnte vor kurzem einen erfolgreichen Erstflug absolvieren. Dieses bayrische Startup namens Lilium setzt dabei aber nicht wie die meisten anderen Systeme rein auf Rotoren - sondern nutzt auch Tragflächen als ökonomisch sinnvolle Auftriebshilfe.

Der Lilium Jet wird dabei von 36 elektrischen Motoren angetrieben. Mit ihnen kann das Fluggerät senkrecht starten und landen und weitere Strecken mit dem Auftrieb seiner Tragflächen im horizontalen Reiseflug zurücklegen. Das Flugzeug-Design kommt dabei recht minimalistisch ohne Seitenruder, Propeller, Getriebe und mit nur einem beweglichen Teil im Motor aus. "Das trägt nicht nur zur Sicherheit und zu günstigen Produktionskosten des Flugzeugs bei, darüber hinaus bietet das zeitgemäße Design ein faszinierendes Flugerlebnis, von Panorama-Fenstern bis hin zu Flügeltüren", wie es in einer Aussendung des Unternehmens heißt.

Der Lilium Jet soll bis zu fünf Personen Platz bieten (Foto: Lilium).

Bereits 2017 startete ein zweisitziger Prototyp - nun hob der Lilium Jet in seiner für den Markt geplanten fünfsitzigen Konfiguration ab. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 300 km/h und einer Reichweite von 300 km soll der Lilium Jet künftig auch relativ lange Flüge zurückzulegen können. Während Dronen-Fluglösungen einen Großteil ihrer Energie damit verbrauchen, sich in der Luft zu halten, profitiert der Lilium Jet von dem zusätzlichen Auftrieb seiner festen Tragflächen. Damit benötigt er während des Reiseflugs weniger als zehn Prozent seiner maximalen 2.000 PS.

"Dank dieser Effizienz entspricht der Energieverbrauch des Lilium Jets dem eines Elektroautos über die gleiche Strecke. Damit ist das Flugzeug nicht nur in der Lage, Vororte an Stadtzentren und Flughäfen an Hauptbahnhöfe anzubinden, sondern kann zudem auch bezahlbare Hochgeschwindigkeitsverbindungen über ganze Regionen hinweg bereitstellen", heißt es von Lilium.

Der Flugzeug-Prototyp - der aktuell noch vom Boden aus ferngesteuert wird - wird nun eine umfangreiche Testflugreihe absolvieren. Den erfolgreichen ersten Flug kommentierte Leandro Bigarella, Head of Flight Test: "Der Erstflug ist immer ein Moment der Wahrheit für ein Unternehmen. Der Lilium Jet erfüllte unsere Erwartungen vollständig und reagierte gut auf unsere Inputs. Seit Erreichen dieses Meilensteins haben wir zunehmend komplexere Manöver mit gleichen Erfolgen durchgeführt und freuen uns jetzt auf unser nächstes großes Ziel, die Durchführung des Übergangsflugs: Die reibungslose Bewegung des Flugzeugs vom vertikalen in den horizontalen Flug."

Etwas Platz zum Starten und Landen benötigen die Lilium Jets - hier ein Rendering für eine Landeplattform in London.

Lilium plant einen On-Demand-Flugtaxi-Service - auf Knopfdruck sollen die Passagiere mit der Lilium-App den nächstgelegenen Landeplatz finden und ihre Reise einfach und komfortabel planen können. Dank eines geplanten dichten Netzes an Landeplätzen in Städten und Regionen sollen die Fluggäste so von Flügen profitieren, die im Preis mit einem Taxi vergleichbar, aber viermal so schnell sind. Lilium rechnet damit, bis 2025 in verschiedenen Städten voll betriebsfähig zu sein, wobei der Probebetrieb an mehreren Standorten schon früher beginnen soll.

Die Lilium GmbH ist ein Luftmobilitäts-Startup aus Weßling bei München, in das Investoren wie Atomico, Tencent, LGT, Freigeist und Obvious Ventures mittlerweile über 100 Millionen US-Dollar investiert haben. Mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen bereits.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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