Leipzig: DFS startet RECAT-EU-Verfahren

Erhöhung der Anflugkapazität um bis zu drei Flugzeuge pro Stunde.

Leipzig/Halle gilt als wichtiges Fracht-Drehkreuz (Foto: Flughafen Leipzig/Halle).

Ein neues, unter dem Namen RECAT-EU bekanntes, Verfahren soll am Flughafen Leipzig/Halle bis zu drei zusätzliche Anflüge pro Stunde ermöglichen. Die Deutsche Flugsicherung testete dieses rund ein Jahr lang im Probebetrieb und führte das Verfahren nun ein. Das Verfahren soll an weiteren Flughäfen Deutschlands zur Anwendung kommen. 

Leipzig/Halle ist in Deutschland der erste und europaweit der dritte Flughafen, an dem das Flugsicherungsverfahren eingeführt worden ist – nach Paris-Charles-des-Gaulles und London-Heathrow. In Leipzig/Halle befindet sich das zweitgrößte Drehkreuz für Luftfracht in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden dort rund 1,14 Millionen Tonnen Frachtgut abgefertigt. Daher gibt es insbesondere in den Abend- und Nachtstunden ein erhöhtes Verkehrsaufkommen.

Das europäische Verfahren nennt sich RECAT-EU. Dabei handelt es sich um eine veränderte Kategorisierung für Wirbelschleppen-<wbr />Mindestabstände zwischen aufeinander folgenden Flugzeugen. Hinter Flugzeugen bilden sich sogenannte Wirbelschleppen. Je schwerer das Flugzeug ist, umso stärker sind die Luftverwirbelungen. Ein nachfolgendes Flugzeug benötigt entsprechend Abstand, damit es von den Wirbeln nicht gefährdet wird. Bisher gibt es weltweit vier Wirbelschleppenkategorien „Super", „Heavy", „Medium" und „Light". RECAT-EU sieht jetzt insgesamt sechs Kategorien vor. Die erweiterten Kategorien ermöglichen es, Mindestabstände zwischen bestimmten Flugzeugmustern von vier auf drei nautische Meilen zu verkürzen. Den Anstoß für eine veränderte Kategorisierung hatte die Einführung des Großflugzeugs Airbus 380 gegeben.

Außerdem arbeitet die DFS an einer weiteren Maßnahme: „Time Based Separation". Damit lassen sich die üblichen Abstände zwischen landenden Flugzeugen auch bei starken Windverhältnissen beibehalten – in Kombination mit RECAT-EU verspricht dieses Verfahren weitere Kapazitätssteigerungen im Landeanflug.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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