LBA kritisiert Air Berlin scharf

Ärger um freie Sitze am Notausgang, wenn niemand dafür den Aufpreis bezahlen möchte.

Airbus A320 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin und deren Aufsichtsbehörde, das Luftfahrt-Bundesamt, tragen derzeit einen skurilen Streit über die Medien aus. Das LBA kritisierte in einem Zeitungsbericht der "TAZ", dass die durch den Carrier gepflegte Praxis, dass die Sitze am Notausgang frei bleiben, sofern sich niemand findet, der für diese einen Aufpreis bezahlt, als fragwürdig.

Auch erklärt die Behörde im Rahmen des Berichts, dass sich aus diversen Vorschriften ergebe, dass Notausgänge entweder durch Flugbegleiter oder aber durch geeignete Personen besetzt sein müssen, um im Notfall zügig diese öffnen zu können und die vorgeschriebene Evakuationszeit von maximal 90 Sekunden einhalten zu können. Weiters wären sämtliche Tests im Rahmen der Typenzulassung stets mit besetzten Sitzen an den Notausgängen durchgeführt worden.

Air Berlin will gegenüber der Tageszeitung "TAZ" davon freilich nichts wissen und verweist darauf, dass es keine entsprechende Vorschrift gäbe und überhaupt, im "Bedarfsfall" könne ja der erste Fluggast, der einen Notausgang erreicht, diesen genauso gut öffnen. Indirekt entsteht beim Lesen des Zeitungsberichts der Eindruck, dass Air Berlin die Sicherheit der Fluggäste über monetäre Interessen stellen würde. Air Berlin hingegen sieht keinerlei Probleme mit der vom Luftfahrt-Bundesamt als fragwürdig kritisieren Praxis.

Der Carrier vermarktet seit einiger Zeit die Sitze am Notausgang aufgrund der erhöhten Beinfreiheit gegen Aufpreis. Dies ist grundsätzlich eine branchenübliche Praxis, jedoch scheint das Vorgehen von Air Berlin - also das Freilassen dieser Sitzreihen, wenn sich niemand findet, der bereit ist den entsprechenden Aufpreis zu entrichten - doch einzigartig und nicht branchenüblich. Andere Carrier vergeben in einem solchen Fall, bei Bedarf auch an Bord durch persönliches Ansprechen seitens der Flugbegleiter, diese Plätze.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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