Laudamotion Technik erhält Zulassung für Boeing 737

Weitere behördliche Zulassung nebst der Embraer E-Jet-Reihe und der Airbus A320-Familie.

Laudamotion wartet nebst den eigenen A320 (im Bild) künftig auch Boeing 737, beispielsweise von Konzernmutter Ryanair (Foto: Thomas Ramgraber).

Der Technikbetrieb der österreichischen Fluggesellschaft Laudamotion, der aus der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki hervorgegangen ist, erweiterte das Portfolio der Wartungsberechtigungen. Neben der Airbus-A320-Familie und der Embraer E-Jet-Reihe ist man nun auch für Boeing 737 berechtigt. Die entsprechenden Zertifikate wurden von einigen Tagen durch die zuständigen österreichischen Behörden erteilt.

Laudamotion wartet am Flughafen Wien primär die eigene Flotte, jedoch werden auch Kundenflugzeuge betreut. Dies umfasst sowohl die Line-Maintenance, Base-Checks als auch sämtliche anfallenden Wartungen, für die man entsprechend behördlich zugelassen ist. Ein Stammkunde, den man aus Niki-Zeiten "mitgenommen" hat, ist beispielsweise die österreichische Regionalfluggesellschaft Peoples, deren beiden Embraer-170-Jets von Laudamotion technisch betreut werden.

Mit der Erweiterung der Berechtigungen auf die Boeing-737-Reihe konnte die Konzernmutter Ryanair als Neukunde gewonnen werden. Die beiden Fluggesellschaften betrachten dies als "optimale Nutzung von Synergien" und gleichzeitig wird dadurch der Wartungsstandort Wien besser ausgelastet. Dementsprechend stockt Laudamotion auch das technische Personal weiter auf. Die Mittelstreckenjets der Ryanair werden daher in Zukunft häufig zum Zwecke der technischen Betreuung im Hangar der Laudamotion zu Gast sein.

Für andere Fluggesellschaften, die Wien anfliegen, bedeutet die Erweiterung der Wartungsberechtigungen der Laudamotion auch, dass im Falle von AOGs nebst Austrian Airlines ein weiterer MRO-Betrieb, der für Boeing 737 behördlich zugelassen ist, zur Verfügung steht. Auch die Embraer E-Jet-Reihe und die A320-Familie kann von Laudamotion im Falle von AOGs am Flughafen Wien entsprechend gewartet werden. Dem Vernehmen nach ist die österreichische Fluggesellschaft bestrebt weitere Neukunden für sämtliche Dienstleistungen ihres Technikbetriebs zu gewinnen.

Anzumerken ist auch, dass es in der Luftfahrtbranche üblich ist, dass auch Maschinen von Mitbewerbern gewartet werden und natürlich auch im Falle von AOGs betreut und wieder flugtauglich gemacht werden. Davon abhängig wie viele Kundenflugzeuge pro Jahr die Dienstleistungen von airlineeigenen MRO-Betrieben in Anspruch nehmen, kann dieser in der Öffentlichkeit selten im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehende Teilbereich durchaus hohe Einkünfte erzielen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Austrian Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Austrian Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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