Laudamotion: Colin Casey zum zusätzlichen Geschäftsführer bestellt

Künftig Dreierspitze für österreichische Airline.

Andreas Gruber bzw. Niki Lauda sind seit 12. September 2018 nur noch gemeinsam mit dem neuen Geschäftsführer Colin Casey zur Vertretung der Ryanair-Tochter Laudamotion befugt (Foto: Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH / Günther Wicker).

Die Fluggesellschaft Laudamotion bestellte mit Colin Casey einen neuen Geschäftsführer und änderte gleichzeitig die Vertretungsbefugnisse von Niki Lauda und Andreas Gruber, die bislang jeweils alleinvertretungsbefugte Geschäftsführer waren. Casey wurde von 75-Prozent-Mehrheitseigentümer Ryanair eingesetzt und bekleidete dort zuletzt die Funktion des Flugplandirektors.

Niki Lauda und Andreas Gruber sind seit 12. September 2018 nur noch jeweils mit Colin Casey vertretungsbefugt und nicht mehr alleine oder gemeinsam. In der Pflichtveröffentlichung im Amtsblatt der Wiener Zeitung vom 9. Oktober 2018 ist explizit genannt, dass Lauda bzw. Gruber ausschließlich gemeinsam mit Casey das Unternehmen vertreten dürfen.

Der Ryanair-Mann hingegen ist auch alternativ mit einem Gesamtprokuristen vertretungsbefugt, so dass dieser juristisch gesehen über mehr Möglichkeiten verfügt, da dieser nicht zwangsläufig auf die Gegenzeichnung von Niki Lauda oder Andreas Gruber angewiesen ist, sondern auch gemeinsam mit einem Gesamtprokuristen rechtsverbindlich unterfertigen darf. Lauda und Gruber jedoch dürfen nur jeweils gemeinsam mit Colin Casey unterschreiben. Laut Andreas Gruber ist derzeit jedoch kein Gesamtprokurist bestellt.

Die Regelung ist insofern ungewöhnlich, da es sehr selten vorkommt, dass bei Pflichtveröffentlichungen im Amtsblatt der Wiener Zeitung explizit genannt wird, dass Geschäftsführer nur mit einem ganz bestimmten, namentlich genanntem weiteren Geschäftsführer zur Vertretung des Unternehmens befugt sind. Selbstverständlich ist dies natürlich völlig legal, da Gesellschaften mit beschränkter Haftung (Ges.m.b.H.) im Rahmen der jeweiligen Gesetze die Vertretungsbefugnisse ihrer Geschäftsführer frei regeln können. Jede Bestellung oder Änderung muss jedoch an das zuständige Firmenbuchgericht gemeldet werden und zwingend im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlicht werden.

Laudamotion kam zwar der Zwangsveröffentlichungspflicht nach, jedoch gab es bis dato keine offizielle Pressemitteilung des Unternehmens zur Bestellung von Colin Casey und den damit verbundenen Einschränkungen der Vertretungsbefugnisse von Niki Lauda und Andreas Gruber. Dies ist doch ein wenig überraschend, da insbesondere Ryanair, Lauda, aber auch Laudamotion als äußerst kommunikativ und medienmitteilungsbedürftig gelten.

Die Änderungen sind jedenfalls vollzogen worden, im Firmenbuch hinterlegt und am 9. Oktober 2018 im Amtsblatt der Wiener Zeitung ordnungsgemäß veröffentlicht worden.

Autor: Jan Gruber
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Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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