Laudamotion lädt zur Vertragsunterschrift ein

Andreas Gruber und Ulf Gedamke bilden neue Firmenspitze.

Niki Lauda (Foto: Laudamotion GmbH).

Die Belegschaft der insolventen Ferienfluggesellschaft Niki ist am Montag und Dienstag zur Unterfertigung der neuen Laudamotion-Dienstverträge aufgerufen. Dies geht aus einem internen E-Mail, das Firmenchef Andreas Gruber an die Mitarbeiter gerichtet hat, hervor.

Laudamotion soll künftig von Andreas Gruber und Ulf Gedamke geleitet werden, wobei letzterer als Finanzchef fungieren soll. Gruber fungierte bei Niki zuletzt als Head of Network & Planning und wechselte bereits Anfang Jänner zu Laudamotion.

Hinsichtlich der neuen Dienstverträge gibt es allerdings auch heftige Kritik aus Pilotenkreisen. Befürchtet wird insbesondere, dass es zu Verschlechterungen kommen könnte. So sagte ein Flugzeugführer im Kapitänsrang: "Hätte Herr Lauda den Kollektivvertrag und die Betriebsvereinbarungen der Niki alt 1 zu 1 übernommen, müsste er nichts 'erklären' und 'Fragen beantworten'. Der neue Vertrag wird mit Sicherheit schlechter, viele mühsam erkämpfte Betriebsvereinbarungen werden obsolet sein. Wir sind auch gespannt, ob er den Mitgliedern des Betriebsrat ein Angebot machen wird. So ein Gremium beschränkt ihn ja in seiner unternehmerischen Freiheit – meint er zumindest. Ich für meinen Teil werde jedenfalls keinen Dienstvertrag bei der LaudaMotion unterschreiben."

Dem Vernehmen nach sollen sogar zwei Vertragsvarianten angeboten werden. Die erste ist eine Festanstellung bei Laudamotion, während alternativ bei einer Tochtergesellschaft unterschrieben werden kann. Laut einem Niki-Mitarbeiter handelt es sich bei der zweiten Offerte um eine Leiharbeitskonstruktion, die im Vergleich zur Anstellung bei Laudamotion "ein kleines bisschen höher entlohnt" sein soll.

Niki Lauda beteuerte hingegen wiederholt, dass es zu keinerlei Verschlechterungen kommen werde und er einen Kollektivvertrag für Laudamotion unterschreiben werde. Da jedoch ein Betriebsübergang tunlichst vermieden wird, bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten. Würde Niki per Betriebsübergang auf Laudamotion verschmolzen werden, so wäre es gar nicht notwendig neue Verträge abzuschließen, da Laudamotion die Arbeitsverhältnisse mit allen Rechten und Pflichten 1:1 übernehmen würde. Diesen Schritt scheint Lauda jedoch vermeiden zu wollen.

Autor: Jan Gruber
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Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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