Laudamotion kündigt weiteres Wachstum an

Neue Routen ab Düsseldorf verkündet, ab Wien in Vorbereitung, jedoch keine Pläne für österreichische Bundesländerflughäfen.

Airbus A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Die österreichische Fluggesellschaft Laudamotion kündigt ab Düsseldorf zwei weitere Destinationen an: Kopenhagen und Mailand-Bergamo sollen das Streckennetz ab diesem Airport auf insgesamt 20 Ziele erweitern. Geschäftsführer Andreas Gruber zeigt sich im Gespräch mit Aviation Net optimistisch, dass die Entscheidung für die deutschen Basen Stuttgart und Düsseldorf richtig ist.

Neben der Homebase Wien wächst Laudamotion insbesondere in den zuvor genannten Städten in Deutschland. Während ab 1. Feber 2019 eine Nonstop-Verbindung zwischen Stuttgart und Wien aufgenommen wird, hält sich Andreas Gruber bezüglich Düsseldorf noch zurück: "Das ist natürlich vorstellbar. Auch weitere Städte ab Wien in Richtung Deutschland sind möglich, allerdings haben wir noch keine fixen Pläne dafür." Für die österreichischen Bundesländerflughäfen hat Laudamotion derzeit keine neuen Routen vorgesehen.

Weiters betont der Manager, dass man mit dem Sommerflugplan "noch nicht ganz fertig ist". Andreas Gruber kündigt an: "Wir werden noch eine ganze Reihe neuer Destinationen ab Wien, Düsseldorf und Stuttgart aufnehmen. In den nächsten Tagen, Wochen und Monaten stellen wir weitere Ziele vor und besonders in Wien werden wir stark wachsen".

Am Wochenende soll eine weitere von Lufthansa geleaste Maschine zum Check ausgeflogen werden und Ende Jänner 2019 zurückgegeben werden. Im Gegenzug wurde dafür bereits die OE-IHD (Airbus A320) von einem anderen Leasinggeber übernommen und nach Wien überstellt. "Das geht jetzt sukzessive so weiter und im Sommer werden wir 21 Airbus A320 betreiben", so Gruber. Weiters wird das Unternehmen auf etwa sechs Wetlease-Flugzeuge von Ryanair zurückgreifen, die primär ab Palma de Mallorca eingesetzt werden. Die dortige Basis soll vorerst überwiegend mit von der Konzernmutter gemieteten Maschinen realisiert werden.

Angesprochen auf die momentan günstigen Flugpreise in Wien - 9,99 Euro, 1 Euro oder Anisec startete gar mit nur 1 Cent - sagte Gruber: "Der Wettbewerb in Wien ist sehr hart. Es wird mit Sicherheit in Wien zu einer Konsolidierung kommen und der eine oder andere Anbieter wird auch Routen aufgeben oder hat dies bereits getan. Wir haben ein klares Bekenntnis zu Wien abgegeben und dabei bleibt es auch." Dass Easyjet, Wizzair, Anisec (Level) und Laudamotion bei derartig günstigen Ticketpreisen nur dann verdienen, wenn Reisende die Beförderung von Gepäck und andere Dienstleistungen dazu kaufen, liegt ohnehin auf der Hand. Allein die am Flughafen Wien fälligen Taxen überschreiten oftmals die Werbepreise, die von den Playern im Billigsegment angeboten werden. Kauft der Passagier nichts dazu, zahlt der jeweilige Anbieter kräftig drauf und verdient somit einen negativen Betrag. Der Umstand ist branchenweit bekannt, jedoch "der Wettbewerb verlangt es einfach", sagte kürzlich der Chef eines Laudamotion-Konkurrenten.

Willie Walsh, Chef der International Airlines Group, der Anisec angehört, äußerte sich vor einigen Wochen zu den Billigstpreisen in Wien und vermutet, dass sich das Preisniveau ("Ertragsumfeld") im Laufe des Jahres 2019 ändern werden. Der Manager rechnet also mit steigenden Flugscheinpreisen, da der harte Wettbewerb viel Geld kostet, aber Airlines Geld verdienen müssen, um überleben zu können.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan ist studierter Theater-, Film- und Medienwissenschaftler und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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