Laudamotion: GPA droht mit Betriebsversammlungen

Entwurf für den Kollektivvertrag soll laut Gewerkschaft noch immer nicht vorgelegt worden sein.

Die Gewerkschaft droht den Laudamotion-Geschäftsführern Andreas Gruber und Niki Lauda mit Betriebsversammlungen (Foto: Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH / Günter Wicker).

Entgegen der Verlautbarungen, die Ryanair-Chef Michael O'Leary und Laudamotion-Chef Andreas Gruber bezüglich des Laudamotion-Kollektivvertrags am Dienstag machen, erklärt die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-DJP), dass man bislang keinen Entwurf für einen Kollektivvertrag erhalten habe. Ein Sprecher der Gewerkschaft erklärte gegenüber der Zeitung "Die Presse", dass man der Laudamotion-Geschäftsleitung (Andreas Gruber, Niki Lauda, Anm.) ein Ultimatum bis Donnerstagabend gesetzt habe. 

Andernfalls werde man zu Betriebsversammlungen in Wien und Palma de Mallorca einladen. Die GPA-DJP behauptet, das vereinbart worden wäre, dass seitens der Laudamotion-Geschäftsleitung am Dienstag ein Entwurf für den Kollektivvertrag vorgelegt werden soll. Dies soll jedoch nicht erfolgt sein, jedoch - um alle Aspekte gleichwertig zu erwähnen - soll Niki Lauda aufgrund einer Erkrankung nur eingeschränkt dem Unternehmen zur Verfügung gestanden haben. Bei aller Kritik, die öffentlich an dem Unternehmer gemacht wurde: Auch bei "Personen des öffentlichen Interesses" gibt es Privatsphäre, die zu respektieren ist, weshalb nicht weiter auf den Umstand der Erkrankung des Laudamotion-Geschäftsführers eingegangen wird. Das Unternehmen ist deswegen nicht handlungsunfähig, da es beispielsweise auch Prokuristen gibt und den zweiten Geschäftsführer, Andreas Gruber, der nicht erkrankt war oder ist. Die verspätete Vorlage des KV-Entwurfs könnte durchaus auf die Erkrankung des Niki Lauda zurückzuführen sein, jedoch eine offizielle Bestätigung gibt es dafür nicht.

Die ÖGB-Teilgewerkschaft GPA-DJP wird allerdings ungeduldig, denn ursprünglich verkündete Niki Lauda im Rahmen einer Pressekonferenz, dass er davon ausgeht, dass der Kollektivvertrag für das Laudamotion-Personal noch "vor dem Sommer" unterschrieben werden kann. Den Darstellungen der Arbeitnehmervertreter nach soll jedoch bislang nicht viel geschehen sein und gegenüber der Tageszeitung "Die Presse" sagt Sprecher Gürtler auch, dass der Geduldsfaden dünn wird, aber: "Wir vertrauen darauf, dass die Airline auch an einer Lösung interessiert ist. Für Freitagnachmittag sind weitere Verhandlungen angesetzt und da wollen wir eigentlich den Kollektivvertrag fertig machen."

Sollte das nicht gelingen, könnten bei Laudamotion die eingangs des Artikels erwähnten Betriebsversammlungen in Wien und Palma de Mallorca folgen. Dies könnten zu temporären Einschränkungen im Flugbetrieb führen und sollen daher mindestens 14 Tage im Voraus angekündigt werden. Aufgrund des schwelenden Konflikts zwischen Arbeitnehmern des Mutterkonzerns Ryanair und deren Geschäftsleitung, könnte sich Michael O'Leary mit seinen jüngsten Drohungen gegenüber seinen Piloten, die er übrigens ausgerechnet in Wien äußerte, sprichwörtlich ins Knie geschossen haben. Die Gewerkschaft GPA-DJP ist dem Vernehmen nach seit der Verkündung des Einstiegs der Iren bei Laudamotion "hellwach", d.h. beobachtend, denn Ryanair hat nicht gerade den besten Ruf in Sachen Zusammenarbeit mit Gewerkschaften.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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