Laudamotion: "Es gibt Wasser und Crew-Meals!"

Trittbrettfahrer versuchen Medien mit Enten und gefälschten Dokumenten in die Irre zu führen.

Trittbrettfahrer wollen Lauda nun auch noch unterstellen, dass er Crews regelrecht verdursten lassen würde. "Stimmt nicht. Natürlich gibt es Wasser und Crewmeals", stellt sein Geschäftsführer Andreas Gruber klar (Foto: Jan Gruber).

Niki Lauda und seine Fluggesellschaft Laudamotion stehen seit einigen Wochen durchaus in der Kritik und dies wird nun offenbar auch von Trittbrettfahrern genutzt, um sensationsgeilen Journalisten anonym und halbanonym gefälschte Dokumente und Schauermärchen zu schicken. Je schlampiger die Arbeitsweise einer Redaktion, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ungeprüfter Nonsens veröffentlicht wird.

Beispielsweise erreichten Austrian Aviation Net am gestrigen Abend eine anonyme Zuschrift, dass Laudamotion-Besatzungen während ihrer Arbeitszeit nichts zu trinken bekommen sollen. Untermauert wurde dies noch mit "Dokumenten", die bei genauerer Betrachtung bereits erhebliche Zweifel aufkommen lassen sollten.

Nun gut, was sagt eigentlich Laudamotion zur Anschuldigung, dass ihre Besatzungen regelrecht verdursten sollen? "Das stimmt überhaupt nicht. Selbstverständlich werden allen Crews Getränke bereitgestellt und Crew-Meals wird es auch geben. Vorerst gibt es nur Mineralwasser, aber wir arbeiten daran, dass auch andere alkoholfreie Getränke für das fliegende Personal zur Verfügung stehen", so Laudamotion-Geschäftsführer Andreas Gruber im Gespräch mit Austrian Aviation Net.

Dass selbstredend unseriös arbeitende Journalisten sich nicht einmal die Mühe machen die Hintergründe zu recherchieren, darf nicht darüber hinweg täuschen, dass es das fliegende Personal nicht den Flüssigkeitsbeschränkungen unterliegt. Das bedeutet, dass gegen Vorlage ihres Dienstausweises Besatzungen so viele alkoholfreie Getränke mit an ihren fliegenden Arbeitsplatz nehmen dürfen wie sie tragen können. Konkret bedeutet das, dass in ganz Europa beispielsweise Flugbegleiter und Piloten ihre eigene Jause und ihre eigenen Getränke mit an Bord nehmen dürfen und zwar soviel wie sie tragen können.

Auch ist es dem fliegenden Personal im Regelfall erlaubt, dass sie sich ihr selbstgekochtes Essen im Bord-Ofen aufwärmen dürfen, was insbesondere vom weiblichen Personal sehr häufig praktiziert wird. Eine Flugbegleiterin dazu im Gespräch mit Austrian Aviation Net: "Es kommt sehr häufig vor, dass man sich selbst sein Essen mitnimmt, weil die Crewmeals - egal bei welcher Airline ich gearbeitet habe - nicht immer so der Hammer sind und in anderen Berufen nimmt man sich seine Jause ja auch selbst mit. Selbstgekocht schmeckt mir immer noch am Besten. Und wegen Getränken und so: Man kann sich mitnehmen was man möchte, solange es alkoholfrei ist. Im Winter nehmen viele sehr gerne Tee in Thermoskannen mit oder viele Piloten nehmen sich gerne ihren eigenen Kaffee in Thermoskannen mit."

Bei Laudamotion jedenfalls sollen die Besatzungen laut Firmenchef Andreas Gruber kostenfreies Wasser in Kürze auch Crewmeals bereitgestellt bekommen. Angesprochen darauf, ob es bei Laudamotion momentan keine anderen Probleme als Mineralwasser gäbe, meinte Gruber: "Wer auch immer so einen Unsinn verbreitet und uns damit gezielt schaden möchte, sollte einfach mal darüber nachdenken, ob er oder sie überhaupt bei Laudamotion arbeiten möchte. Bei Laudamotion wird ausreichend Wasser für jedes Crewmitglied bereitgestellt und wer etwas anderes behauptet sagt die Unwahrheit."

Rechtlich gesehen gibt es für Arbeitgeber übrigens keinerlei Verpflichtung Mahlzeiten für die Belegschaft bereitzustellen. Dies könnte allenfalls im Rahmen eines Kollektivvertrags geregelt werden. Anders sieht es tatsächlich bei Wasser aus, denn insbesondere bei hohen Temperaturen oder wenn die Versorgung wirklich kompliziert ist, ist der Dienstgeber sogar dazu verpflichtet Wasser auszuteilen. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die Baubranche, in der besonders in den Sommermonaten von seriösen Arbeitgebern, die sich an die gesetzlichen Bestimmungen halten, kistenweise Mineralwasser auf den Baustellen für das Personal bereitgestellt werden. Diese können aber auch in der Niederlassung oder am Treffpunkt zur freien Entnahme vorgehalten werden.

Warum und mit welcher Absicht neuerlicher Unsinn verschickt und in zweifelhafter Form ungeprüft publiziert wurde, muss wohl jeder Leser für sich selbst entscheiden. Allenfalls gilt es der journalistischen Sorgfalt durchaus, dass man alle Aspekte gewissenhaft und ordentlich recherchiert und allen Beteiligten die Möglichkeit zur Stellungnahme gibt. 

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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