Lauda zieht über Flöther und Kebekus her

Schwere Vorwürfe in TV-Interview.

Niki Lauda (Foto: Niki Luftfahrt GmbH).

Der bei den bisherigen Bieterverfahren zum Verkauf der österreichischen Ferienfluggesellschaft Niki unterlegene Niki Lauda übt neuerlich heftige Kritik am Vorgehen der für die Air Berlin zuständigen Verwalter Franz Kebekus und Lucas Flöther.

"Was ich überhaupt nicht verstehen kann ist diese Verantwortungslosigkeit von diesen Insolvenzverwaltern. Es sind zwei: Flöther und Kebekus in Deutschland. Das hätte nie in Deutschland enden dürfen, weil es ein österreichisches Unternehmen ist. Da gibt's dann Argumente, wo ich mich wirklich schrecke, wo es dann heißt: Der Geschäftsführer von Niki lebt in Essen in Deutschland und deswegen ist Niki deutsch. Das ist das Gleiche wie wenn ich sage, dass das Mercedes-Formel-1-Team ist österreichisch, weil ich von Schwechat zum Grand Prix fliege. Sowas blödes habe ich überhaupt noch nie gehört. Gott sei dank wird das jetzt alles aufgerollt, dann haben die Deutschen erkannt, dass ist falsch gewesen. Also die ganze Abwicklung muss nach Österreich", erklärte Niki Lauda gegenüber OE24-TV.

Die Berufung an den deutschen Bundesgerichtshof, die laut Niki Lauda durch Lucas Flöther eingebracht worden wäre, bezeichnet er als "größte Sauerei" und begründet dies damit, dass es sicherlich "zwei bis drei Wochen dauert bis eine Entscheidung kommt". Der Vueling-Verkauf würde gestoppt werden, weil "der Herr Flöther jetzt eine Verspätung hineinbringt. Das versteht kein Mensch."

Weiters betont der unterlegene Bieter, dass er rund 36 Millionen Euro für Niki geboten habe und nicht viel Unterschied zum Angebot von Vueling gewesen wäre. "Flöther und Kebekus haben sich für Vueling entschieden und da kann man nichts machen", so Lauda gegenüber OE-24-TV. "Es kann jetzt aber passieren, dass wenn das ganze Verfahren nach Korneuburg kommt und das ganze Verfahren wieder von vorne beginnen muss. Das heißt ja nicht, dass Korneuburg das machen muss was die Deutschen schon ausgehandelt haben. Vielleicht kann man dort wieder Interesse zeigen, aber soweit sind wir noch nicht, denn jetzt ist mal alles gestoppt und man muss mal einen Monat warten wo die Reise überhaupt hingeht. Im Moment weiß keiner was aus Niki wird. Am meisten tun mir die Mitarbeiter leid, denn es wird ihnen einmal erklärt, gestern oder vorgestern, war der CEO von der Vueling da und hat ihnen erklärt, dass das alles eine Super-Airline wird und macht euch keine Sorgen - der Job ist da. Einen Tag später ist wieder alles anders. Das ist keine angenehme Situation für die Mitarbeiter dort."

Gegenüber OE-24TV sagte Lauda auch, dass Niki den Sommerflugplan fliegen muss oder "alle Slots sind weg, das gilt für jeden, der für Niki interessiert ist." Weiters ortet Niki Lauda die Gefahr, dass die Start- und Landerechte zurückgehen und sich "die Lufthansa wieder überall die Slots rausholen kann".

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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