Lauda plant reine A321neo-Flotte

Bis zu 100 Maschinen sollen ab Werk bezogen werden. Verhandlungen noch in frühem Stadium.

Airbus A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Die Billigfluggesellschaft Lauda baut derzeit eine reine A320ceo-Flotte auf, die jedoch langfristig durch eine homogene A321neo-Flotte ersetzt werden soll. Ryanair-Chef Michael O'Leary und Lauda-Geschäftsführer Andreas Gruber befinden sich dazu in Verhandlungen mit dem Flugzeugbauer Airbus. Es geht dabei um bis zu 100 Maschinen, wie O'Leary gegenüber Reuters News erklärte.

Ein Auftrag wurde zwar noch nicht an den europäischen Flugzeugbauer erteilt, jedoch deutete der Generaldirektor der irischen Billigfluggesellschaft an, dass 50 Festbestellungen und 50 Optionen ein Richtwert sind. Weniger als 100 A321neo wolle man jedenfalls nicht bestellen. Gegenüber Reuters weist Michael O'Leary aber auch darauf hin, dass man sich in einem sehr frühen Stadium der Gespräche mit Airbus befindet.

Lauda-Geschäftsführer Andreas Gruber skizziert die Flottenstrategie des Österreich-Ablegers von Ryanair gegenüber AviationNetOnline so: "Wir wollen eine homogene Flotte betreiben, so dass die Maschinen untereinander austauschbar sind. Weiters bringt eine einheitliche Flotte auch große Ersparnisse und ist das Erfolgskonzept von Billigfliegern." Derzeit hat Lauda noch einige A321ceo in der Flotte, die jedoch spätestens bis Juni 2019 an die Lufthansa Group zurückgegeben werden. Danach wird ausschließlich der Typ A320ceo betrieben. Es handelt sich um junge Gebrauchtflugzeuge, die von verschiedenen Eigentümern geleast werden.

"Langfristig", so Gruber "sehen wir unsere Zukunft in fabriksneuen Neo-Modellen. Das haben wir von Anfang an erkannt und auch so kommuniziert." Dies vom Lauda-Geschäftsführer beabsichtigte homogene Flotte wird also langfristig aus Maschinen des Typs Airbus A321neo bestehen. Die Ryanair-Tochter steht mit dieser Strategie nicht alleine da, denn auch Mitbewerber Wizzair flottet über einen langen Zeitraum hinweg auf eine einheitliche A321neo-Flotte um.

Der Hintergrund dieser Strategien ist simpel: Je mehr Passagiere pro Flug befördert werden können - bei gleichzeitig möglichst niedrigem Treibstoffverbrauch, desto günstiger sind die Stückkosten pro Sitzplatz. In weiterer Folge wirkt sich dies nicht nur auf die Ticketpreise für Konsumenten positiv aus, sondern auch für die Eigentümer von Fluggesellschaften. Doch einen Haken hat dies dennoch: Die Routen müssen so gewählt werden, dass die Flüge auch im Optimalfall ausgebucht sind, was Lowcostern häufig gelingt, jedoch wenn die Nachfrage einbricht, kommt es durchaus vor, dass die Strecke rasch aufgegeben wird und eine Alternative neu aufgenommen wird.

So sieht es offensichtlich auch Ryanair-Chef Michael O'Leary, denn für seine Mainline will er künftig Maschinen mit mindestens 230 Sitzplätzen betreiben. Die Boeing 737-Max-200, für die die irische Airline Erstkunden ist, wird in etwa 200 Menschen befördern können. Das Modell ist eine Variante der 737-Max-8, die besonders für Billigfluggesellschaften angepasst ist und von diversen Medien als "besonders eng bestuhlt" bezeichnet wird. Doch selbst dieses Muster wird dem Ryanair-Chef zu klein, so dass er sich laut Reuters mit Boeing über eine Max-10-Order in Gesprächen befindet: "Der Preis muss allerdings stimmen und davon sind wir noch entfernt."

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

    Special Visitors

    Royal Air Force (RAF) - UK / ZE700
    Wamos Air / EC-MNY
    Wamos Air / EC-MNY
    Japan Air Self-Defence Force (JASDF) / 80-1111
    Azerbaijan Gvmt. / 4K-AI08
    Azerbaijan Gvmt. / 4K-AZ888
    Smartlynx / S5-AAZ

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    Robert Hartinger

    Christoph Aumüller