Lauda plant mit 50 Millionen Euro Verlust im zweiten Jahr

Im Schnitt will Firmenchef Andreas Gruber an den Ryanair-Yield von 47 Euro pro Passagier herankommen. Die fünfte Basis könnte in Skandinavien errichtet werden, wie der Manager im Gespräch mit der FVW-Printausgabe andeutet.

Airbus A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Die österreichische Fluggesellschaft Lauda könnte ihre fünfte Basis in Skandinavien eröffnen, deutet Geschäftsführer Andreas Gruber im Gespräch mit der FVW (Printausgabe) an. Er betont auch, dass es sich um einen Airport handeln wird, an dem Ryanair noch nicht aktiv ist.

Angesprochen auf das Veranstaltergeschäft sagte der Lauda-Geschäftsführer, dass man mit „vielen großen Playern im Markt Gespräche führe“. Es handelt sich dabei um Blocked-Space und nicht um Vollcharter. Gruber beschreibt dies im Gespräch mit der FVW so: „Das klassische Kontingentgeschäft á la Air Berlin mit der hohen Flexibilität werden wir nicht bieten. Es geht um die Abnahme fixer Kontingente, etwa wöchentlich 20 Flüge auf Maschine XY von Düsseldorf nach Palma.“ Auch Ryanair würde nun verstärkt auf das Gruppengeschäft setzen und habe nach Lauda in Wien eine eigene Fachabteilung in Dublin aufgebaut. Diese würde Sonderkonditionen für Reisegruppen ab 20 Personen anbieten.

Für das laufende Geschäftsjahr, das im April 2019 gestartet ist, rechnet Andreas Gruber mit einem Verlust in der Höhe von 50 Millionen Euro. Das Geschäftsjahr 2020 soll bereits positiv abgeschlossen werden. Nebst typischen Anlaufverlusten wäre der Flugplan, mit dem man im Vorjahr starte auch zusätzlich komplex gewesen sein. Gruber gegenüber der FVW: „Unser Flugplan, basierend auf den Niki-Slots war komplex. Das haben unsere Netzplaner bereinigt. Wir setzen jetzt voll auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.“ Durchschnittlich will Andreas Gruber an den Yield von Ryanair herankommen und „bei 47 Euro pro Strecke und Passagier landen.“

Auch erklärt der Lauda-Chef gegenüber der FVW, dass die Streckennetze von Ryanair und Lauda auf Überschneidungen geprüft und bereinigt wurden: „Im vergangenen Sommer lag das Hauptaugenmerk darauf das Portfolio von Niki zu sichern. Heute haben wir nur noch eine Streckenüberschneidung mit Palma-Nürnberg, wo Lauda jetzt aufgrund der Germania-Pleite eingestiegen ist“. Ein Zukauf der insolventen Germania war für Andreas Gruber allerdings kein Thema, wie er weiters gegenüber der FVW ausführt: „Wir haben uns die Airline angeschaut. Das Geschäftsmodell war schwierig. Aber so bedauerlich es für die Mitarbeiter und die Branche ist, wir haben unsere Möglichkeiten genutzt und binnen zwei Tagen beschlossen zwei zusätzliche Flugzeuge nach Palma zu stellen.“

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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