Lauda-Panne: Passagier kauft Wasser für Fluggäste

Ein A320 musste in Barcelona wegen einer technischen Überprüfung rund zwei Stunden am Boden warten - die Crew weigerte sich offenbar, kostenloses Wasser für die Gäste an Bord auszuschenken.

Insgesamt 120 Euro gab der Passagier für die 40 Flaschen Wasser aus (Symbolfoto: Pixabay).

Technische Pannen und Wartezeiten kommen in der Luftfahrt vor und sind sowohl für Crews als auch für Passagiere unangenehm. Trotzdem versucht man meist, das Beste daraus zu machen - und die Wartezeit so gut wie möglich zu überbrücken. In nicht besonders toller Erinnerung dürfte diesbezüglich einem Lauda-Passagier, der mit der Billigfluglinie von Barcelona nach Wien gebucht war, die Kundenfreundlichkeit der Kabinenbesatzung in Erinnerung bleiben.

Dieser berichtet in einer Facebook-Gruppe, dass der Flieger wegen einer notwendigen technischen Überprüfung mit Passagieren an Bord längere Zeit am Boden stehenbleiben musste. Die Kabinencrew habe laut dem Fluggast auch nach fast zwei Stunden trotz Nachfrage - auch an ältere Personen - kein kostenloses Wasser ausgehändigt, obwohl es im Flieger sehr warm gewesen sein soll. Wasser gäbe es nur gegen drei Euro pro Flasche - dies wäre Firmenpolitik bei Lauda, sei dem Passagier erklärt worden.

Dieser Fluggast hat sich daraufhin aber offenbar nicht im Stillen geärgert, sondern Eigeninitiative ergriffen. Kurzerhand hat er der Besatzung auf eigene Rechnung 40 Flaschen Wasser abgekauft und an andere Passagiere verteilt - insgesamt 120 Euro hat er dafür ausgegeben. Erst mit mehr als zweistündiger Verspätung konnte der Flieger dann von Barcelona aus in Richtung Wien starten.

Foto: Thomas Ramgraber.

In der Lauda-Firmenzentrale gibt man sich nach diesem Vorfall einigermaßen geknickt: "Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und verstehen den Ärger der Passagiere. Wir haben heute bereits mit den zuständigen Abteilungen dazu gesprochen und werden im Zukunft bei Verspätungen vermehrt entsprechendes Service an Bord anbieten", erklärte Montagabend eine Sprecherin von Lauda auf Anfrage von AviationNetOnline.

Dafür, dass eine Versorgung von wartenden Passagieren keine reine Good-Will-Aktion ist, sorgt übrigens die Gesetzgebung der Europäischen Union. Laut EU-Verordnung 261/2004 ist eine Airline bei Flügen bis zu 1.500 Kilometer um zwei Stunden oder mehr verpflichtet, unentgeltlich Snacks und Erfrischungen anzubieten.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

    Special Visitors

    Air China / B-2035
    Etihad Airways / A6-BLV
    TUI Airlines Belgium / OO-JAF
    easyJet Europe / OE-IVA
    Belgian Air Force (Hi Fly) / CS-TRJ
    Air X Charter / 9H-AHA
    Vueling / EC-MYC

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    Robert Hartinger

    Christoph Aumüller