Lauda: "Ich brauche Ryanair zum Wachsen"

Details zum Laudamotion-Deal.

Niki Lauda beim Pressegespräch anlässlich des Erstfluges am Airport Düsseldorf (Foto: Michael Csoklich).

Am vergangenen Freitag wurde Niki Lauda von Journalisten zu etwaigen Ryanair-Gerüchten befragt - seine Antwort darauf: "Ich weiß davon Null und kann auch deswegen nichts darüber sagen." Vier Tage später dürfte sich die Situation schlagartig geändert haben - Ryanair steigt wie berichtet vorerst mit einem knappen Viertel beim Niki-Nachfolger ein. Später soll auf 75 Prozent aufgestockt werden.

Details dazu verriet Niki Lauda im Rahmen eines Erstflugevents am Dienstag. Demnach habe er Ryanair-Chef Michael O'Leary vor ein paar Wochen getroffen. Lauda dementierte dabei, dass er ein Strohmann für O'Leary gewesen ist - er habe auch mit der Konkurrenz von EasyJet geredet. "Ich brauche Ryanair zum Wachsen", so Lauda, der erst vor kurzem im Interview mit Austrian Aviation Net über das schwierige Marktumfeld in Wien geäußert hat.

Einigermaßen konkret wurde Lauda hinsichtlich der Flotte: Demnach kommen zu den elf Laudamotion-Airbussen noch drei Flugzeuge, die derzeit von Eurowings betrieben werden. Sechs Maschinen werden von Ryanair beigesteuert und sollen ab Berlin-Tegel eingesetzt werden. Insgesamt wird die Laudamotion-Flotte damit vorerst 21 Flugzeuge stark sein - sie soll dann innerhalb der nächsten Jahre auf 30 wachsen. Bei Airbus wird Laudamotion nach derzeitigem Stand bleiben. "Ryanair will mit Airbus expandieren, deshalb passe ich in deren Konzept", so Lauda.

Foto: Michael Csoklich

Vier oder fünf Maschinen sollen übrigens doch für Eurowings unterwegs sein - laut Niki Lauda entweder als "Blocked Space" oder im Wetlease. Besonders originell wäre in diesem Zusammenhang, wenn man künftig auf manchen Eurowings-Fliegern den Zusatz "Eurowings operated by Laudamotion/Ryanair" finden würde. Auch die Zusammenarbeit mit Condor soll fortgesetzt werden. Der deutsche Ferienflieger sollte sich ja neben dem Ticketverkauf auch um Backoffice-Themen wie die Crewplanung kümmern.

Noch zu früh ist wahrscheinlich die Frage, ob Laudamotion letztlich in Ryanair so aufgehen wird wie zuletzt Niki in Air Berlin - und als Marke mehr oder weniger verschwindet. Niki Lauda erklärte jedenfalls: "Ich bin hier um anzufangen und nicht aufzuhören." Seine Mitsprache sei auch gesichert und ausgemacht. Und sein Bestreben sei es, dass sein neues Luftfahrtunternehmen österreichisch bleibe.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Austrian Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.
    Autor: Michael Csoklich
    Autor
    Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Seit 2015 leitet er den LG für Wirtschaftsjournalismus in Krems, ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Austrian Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

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