Langstrecke: Air Italy schließt zu Alitalia auf

Die Qatar-Airways-Beteiligung fliegt bereits so viele Nordamerika-Destinationen an wie der italienische Homecarrier.

Air Italy fliegt derzeit mit fünf Airbus A330-200 (Foto: Air Italy).

Air Italy - das aus der ehemaligen Meridiana hervorgegangene Qatar-Airways-Investment mit Hub in Mailand - expandiert weiter stark auf der Langstrecke. Nachdem bereits New York, Miami, San Francisco, Los Angeles und Toronto auf dem Flugplan stehen, wurde nun auch noch Chicago O'Hare als neues US-Ziel bekannt gegeben. Die Destination soll am 14. Mai 2019 zum ersten Mal bedient werden, vorerst will Air Italy dreimal pro Woche zwischen Mailand-Malpensa und ORD fliegen.

Aber nicht nur nach Nordamerika expandiert der italienische Carrier kräftig - auch in Richtung Asien ist die Airline bereits mit ihren Widebodies unterwegs. So wurden erst im Dezember Delhi und Mumbai aufgenommen, Bangkok steht ebenfalls auf dem Air-Italy-Flugplan. Die Langstreckenflotte besteht aktuell aus fünf Airbus A330-200, die allerdings in näherer Zukunft von Boeing 787-8 abgelöst werden sollen.

Mit der Expansion auf (vorerst) neun Interkontinentalstrecken ist Air Italy dem chronisch strauchelnden Homecarrier Alitalia in manchen Regionen bereits dicht auf den Fersen. Nach Nordamerika bietet Alitalia aktuell mit New York JFK, Boston, Toronto, Miami, Chicago und Los Angeles gleich viele Ziele an wie der neue Konkurrent. Mit New York wird nur eines davon auch ab Mailand angeflogen, die anderen alle ab Rom. In Richtung Asien geht es ebenfalls ab Rom nach Delhi, Seoul und Tokio. Hier ist Air Italy mit den genannten Zielen Bangkok, Mumbai und Delhi ab Mailand auch schon recht gut vertreten. Alitalia hat hingegen mit Mexico City, Rio de Janeiro, Sao Paolo, Santiago de Chile und Buenos Aires ein starkes Mittel- und Südamerika-Netz aufgebaut. Johannesburg in Südafrika rundet das Langstrecken-Netzwerk der Fluglinie ab.

Verschnupfte Amerikaner
Air Italy dürfte allerdings nicht nur dem Konkurrenten Alitalia ein Dorn im Auge sein - auch von jenseits des Atlantik gibt es bereits gehörige Misstöne. So hat sich das "Partnership for Open & Fair Skies" (hinter dem Delta Air Lines, American Airlines und United stehen) darüber mokiert, dass Qatar Airways über ihre Beteiligung Air Italy die Übereinkunft mit den Amerikanern umgehe, keine "Fifth Freedom"-Flüge in die USA durchzuführen. "Mit der Ankündigung neuer Routen von Air Italy in die USA, die mit Geld von Qatar Airways angefeuert wurden, hat die Regierung von Katar eine verblüffende Respektlosigkeit gegenüber Präsident Trump und Außenminister Pompeo gezeigt", zeigte sich Scott Reed, Campaign Manager der Initiative, in einem Statement recht verschnupft.

Ob dies irgendwelche Auswirkungen auf die Air-Italy-Strecken in die USA haben wird, scheint allerdings unwahrscheinlich. Rechtlich ist die Fluglinie unabhängig - Qatar Airways hält 49 Prozent an der Muttergesellschaft AQA Holding, die restlichen 51 Prozent gehören Alisarda.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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