Land sondiert Zuschüsse für Rostock-Laage

Tourismusregion muss das große Potential für Strandurlaube besser vermarkten.

Der Strand von Warnemünde befindet sich nur wenige Autominuten vom Flughafen Rostock-Laage entfernt (Fotos: René Steuer).

Laut offiziellen Erklärungen entsteht am Flughafen Rostock-Laage ein jährlicher Verlust in der Höhe von zwei Millionen Euro, den die Gesellschaft in Anbetracht des Verlusts sämtlicher hochfrequent geflogener Linienverbindungen nicht nur nicht mehr stemmen kann, sondern Geschäftsführerin Dörthe Hausmann befürchtet auch, dass sich das Defizit vergrößern wird. Die Belegschaft befindet sich bereits in Kurzarbeit.

Zwar kündigten neben Corendon auch Lauda und FlyEgypt für den Sommerflugplan 2019 regelmäßige Linienflüge ab Rostock-Laage an, jedoch handelt es sich jeweils um nur eine Destination, die noch dazu nicht täglich oder gar mehrmals täglich bedient werden. Sprichwörtlich ist es für den Flughafen ein "Tropfen auf dem heißen Stein".

Zuletzt forderten die Gesellschafter - Stadt Laage, Landkreis Rostock und die Stadtwerke der Hansestadt Rostock - finanzielle Unterstützung vom Land Mecklenburg-Vorpommern, jedoch ist dies aufgrund entsprechender EU-Wettbewerbsrichtlinien und einer vor einigen Jahren beschlossenen Anordnung, die willkürliche Subventionierung unrentabler Provinzflughäfen beenden soll, nicht so leicht möglich. Der Norddeutsche Rundfunk berichtet nun, dass die Landesregierung schon bisher dem Airport mit etwa einer Million Euro pro Jahr unter die Arme greift und in Brüssel nun auslotet, ob eine deutliche Erhöhung zulässig ist. Laut NDR wollen die Landespolitiker zunächst bei der EU-Kommission vorfühlen. Von einem offiziellen Antrag ist noch keine Rede.

Die finanzielle Lage des Flughafens Rostock-Laage ist laut Norddeutschem Rundfunk unter Berufung auf Airportdirektorin Hausmann allerdings stark angespannt. So wird berichtet, dass kaum noch liquide Reserven vorhanden sein sollen. Wie berichtet: Die rund 200 Mitarbeiter umfassende Belegschaft befindet sich bereits in Kurzarbeit.

Rostock-Laage gilt als besonderes schwieriges Pflaster in Deutschland, da die Region als äußerst kaufkraftschwach gilt und die Arbeitslosigkeit außerordentlich hoch ist. Laut Branchen-Insidern ist der Betrieb von Standardrumpf-Flugzeugen auf klassischen City-Routen nicht wirtschaftlich rentabel und selbst die Auslastung, die BMI trotz Codesharing mit Lufthansa realisieren konnte, ist bedenklich: Im Schnitt sollen sich rund 18 Fluggäste in den kleinen Embraer-Jets befunden haben. 

Dieser Umstand ist insofern verwunderlich, da die Region rund um den Flughafen Rostock-Laage touristisch sehr großes Potential hat. Einerseits ist die Mecklenburger Seenplatte eine sehenswerte Attraktion, andererseits ist auch Standurlaub an der Ostsee möglich. Warnemünde ist wohl der bekannteste Badeort der Region. Doch potentieller Inlandstourismus landet eher in Heringsdorf oder Sylt und lässt Warnemünde weitgehend außen vor. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass sich die Region rund um Rostock-Laage besser vermarkten muss, um sich als sichere und absolut schöne Alternative für Standurlaube verkaufen zu können. Eine entsprechendes Interesse würde in weiterer Folge auch mehr Flugverkehr generieren. Fakt ist jedenfalls: Die Ostseestrände und die Seenplatte haben großes Potential, das auch in den Köpfen von Urlaubern ankommen muss.


Selbst Robben und Seehunde sind in der Ostsee heimisch und können von Einheimischen und Touristen beobachtet werden.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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