Korneuburg: Niki beantragt Konkurs

Sekundärverfahren angestrebt.

Foto: www.AirTeamImages.com.

Die österreichische Ferienfluggesellschaft beantragte laut Kreditschutzverband von 1870 die Eröffnung eines Konkursverfahrens vor dem Landesgericht Korneuburg. Der Antrag soll durch den deutschen Insolvenzverwalter, Lucas Flöther eingebracht worden sein. Beantragt wurde ein so genanntes Sekundärverfahren. Die Korneuburger Richter prüfen nun.

Laut Kreditschutzverband von 1870 soll Niki bei 56 inländischen Gläubigern mit 1,3 Millionen Euro in der Kreide stehen. Die Zuständigkeit für das Verfahren ist jedoch noch nicht endgültig entschieden, das Niki gegen die Entscheidung des Landgericht Berlin eine Beschwerde beim deutschen Bundesgerichtshof eingebracht hat. Der KSV1870 schreibt dazu: "In Deutschland ist zwar der Kompetenzstreit über die Frage der Zuständigkeit des deutschen oder österreichischen Insolvenzgerichts noch nicht endgültig entschieden, doch unabhängig von dieser Entscheidung ist das Unternehmen nunmehr offenbar selbst der Auffassung, dass die österreichische Zuständigkeit zumindest für ein Sekundärverfahren gegeben ist. Der KSV1870 begrüßt den Schritt des Unternehmens, da nach Eröffnung eines österreichischen Insolvenzverfahrens ein österreichischer Masseverwalter in Kooperation mit dem vorläufigen deutschen Insolvenzverwalter und mit Unterstützung des Gläubiger- ausschusses gemeinsam an der Herbeiführung einer schadensminimierenden Lösung arbeiten kann."

Fluggäste haben bei jeder Direktbuchung einen Vertrag mit der insolventen Air Berlin PLC & Co Luftverkehrs KG geschlossen und nicht mit Niki. Dies gilt auch dann, wenn HG-Flugnummern auf der Rechnung ausgewiesen sind. Betroffene mit verfallenen Niki-Tickets müssen ihre Ansprüche daher im Insolvenzverfahren von Air Berlin geltend machen, da zwischen dem Kunden und Niki überhaupt kein Vertrag geschlossen wurde. Bis zum "bitteren Ende" von Niki wurden alle verkauften Flugscheine von Air Berlin ausgestellt und in Rechnung gestellt.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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