Kebekus: Niki-Konkursantrag liegt bereit

Air-Berlin-Generalbevollmächtigter droht mit Pleite des österreichischen Ferienfliegers.

Foto: www.AirTeamImages.com.

Für die österreichische Ferienfluggesellschaft Niki könnte es in den nächsten Wochen sehr eng werden, denn wie das Handelsblatt berichtet, soll Air-Berlin-Bevollmächtigter Frank Kebekus bereits einen Konkursantrag vorbereitet haben. An dem Tag, an dem Lufthansa die so genannte Zwischenfinanzierung einstellt, werden alle Flugzeuge am Boden bleiben und Niki wird beim Landesgericht Korneuburg den Insolvenzantrag einreichen.

Gleichzeitig erklärt Kebekus, dass IAG kein Interesse an Niki mehr habe und die Gespräche mit Thomas Cook  stimmen ihn ebenfalls pessimistisch, dass "aus Gläubigerperspektive und im Sinne der Arbeitsplätze noch ein akzeptables Angebot" herauskommen werden.

Indirekt erhöht der Air-Berlin-Bevollmächtigte auch den Druck auf die EU-Kommission, dass diese möglichst schnell grünes Licht für Lufthansa geben solle. Offenbar haben sich die Verantwortlichen bei Air Berlin und Lufthansa zu sehr auf die Schützenhilfe der deutschen Bundesregierung verlassen, was auch zum öffentlichen Vorwurf des "abgekarteten Spiels" geführt hat. Zuletzt fand Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries verteidigende und lobende Worte für Lufthansa.

Die Äußerung des Franz Kebekus ist jedoch nicht nur als "Druck auf die EU-Kommission" zu interpretieren, sondern auch als eine Art Drohung, denn böse Zungen könnten interpretieren, dass wenn Lufthansa die österreichische Air-Berlin-Tochter nicht bekommen kann, dann soll sie eben pleite gehen. Was Kebekus jedoch verschweigt ist, dass ein österreichisches Insolvenzverfahren für Niki auch eine Chance sein könnte, denn dieses würde unabhängig und unvoreingenommen von den Ereignissen rund um das "abgekartete Spiel in Deutschland" in Österreich separat abgewickelt werden.

Theoretisch bedeutet das, dass Air Berlin ab jenem Moment, ab dem ein österreichisches Gericht einen Masseverwalter für Niki bestellen würde, ohnehin keinen Einfluss mehr auf das Unternehmen hätte. Genau dies wollte man bislang vermeiden, weshalb es überhaupt zur Zwischenfinanzierung durch Ticketaufkäufe kommen würde.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte kürzlich, dass man den Stellenwert von Niki nicht überbewerten solle und falls die Übernahme nicht klappen sollte, müsse Eurowings eben organisch und nicht durch den Niki-Zukauf wachsen. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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