Kahlschlag im Streckennetz von VLM Airlines

Fokker-50-Flotte wird verkleinert, nur zwei Routen werden fortgeführt.

Fokker 50 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die Regionalfluggesellschaft VLM Airlines bzw. ihre Schwester VLM Airlines Slovenia stellen ab 15. September 2018 diverse Linienflugverbindungen ein. Betroffen sind unter anderem Maribor-München-Antwerpen und Rostock-Köln/Bonn-Antwerpen.

Weiters wird der Carrier Aberdeen und Birmingham aus dem Streckennetz streichen. Nähere Angaben zu den Gründen machte das Unternehmen nicht. Unbestätigten Gerüchten nach sollen jedoch Auslastung und der benötigte Yield nicht so ganz passen, was das Unternehmen unter Druck setzen soll. Fortgeführt werden laut Ex-Yu-Aviation unter Berufung auf den Airline-Geschäftsführer lediglich zwei Routen: Antwerpen-Zürich und Antwerpen-London City. Auch geplante Neuaufnahmen sollen auf dem Prüfstand stehen.

"Der aktuelle Luftfahrtsektor ist so dynamisch, dass Zielgebiete und Flugfrequenzen häufig und ständig nach der Saison, der Leistung bestehender Strecken und neuen Marktchancen bewertet und angepasst werden. Die Performance der Routen wird auch bei VLM kontinuierlich überwacht. Die verfügbare Flugzeugkapazität wird dann auf Strecken und Aktivitäten eingesetzt, die stärker nachgefragt werden und rentabel sind", erklärt Firmenchef Johan Maertens gegenüber Ex-Yu-Aviation. "Gleichzeitig wird eine Flottenreduzierung implementiert. Es ist kein Geheimnis, dass wir schon seit geraumer Zeit damit beschäftigt sind, die Fokker 50 zu ersetzen. Die erwartete Inbetriebnahme des neuen Flugzeugs ist für das zweite Halbjahr 2019 geplant."

Dazu kommt, dass VLM eine als veraltet geltende Fokker-50-Flotte betreibt, die aufgrund des vergleichsweise hohen Gewichts höhere Kosten an Flughäfen verursacht. Weiters gilt das Muster im direkten Vergleich mit modernen Turbopropflugzeugen als treibstoffdurstig.

Die Verantwortlichen hinter VLM Airlines sind auch Pächter des Flughafens Maribor, für den ein umfangreiches Streckennetz inklusive Langstreckenflügen angekündigt wurde. Umgesetzt wurde - mit Ausnahme von kurzzeitigen Flügen nach Kroatien und Antwerpen via München - bis dato nichts. Der Kahlschlag des Streckennetzes deutet jedenfalls darauf hin, dass die bislang praktizierte Strategie nicht den gewünschten Erfolg brachte.

Autor: Jan Gruber
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Jan interessiert sich seit seiner Kindheit für die Luftfahrt und ist seit 2012 Mitglied der Redaktion von Austrian Aviation Net. Sein Spezialbereich ist die Regionalluftfahrt.

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