Interview: Michael Cawley, Ryanair

Austrian Aviation Net konnte in Wien Ryanair's zweiten Mann, COO Michael Cawley zum Interview bitten.

Foto: Ryanair

Austrian Aviation Net: Ryanair ist zur Konkurrenz nicht immer freundlich – man denke an Beschriftungen auf den Flugzeugen wie "Bye, bye Latehansa" oder dergleichen. Im Gegenzug wird Ryanair von den Mitbewerbern gerne als "Viehtransporter" bezeichnet. Was entgegnen Sie dem?

Michael Cawley: Für uns ist die Zufriedenheit der Kunden wichtig, die sich ja in unserer Entwicklung widerspiegelt. Dieses Jahr ist unser Wachstum fast so groß wie die gesamte Passagierzahl von Austrian Airlines – wir werden um 9 Millionen Fluggäste mehr befördern, Austrian hat insgesamt etwa 10 Millionen Passagiere. Es ist nicht wichtig, was andere Airlines sagen – die fliegen nicht mit uns. Es ist wichtig, was unsere Kunden sagen.

Austrian Aviation Net: Im letzten Quartal musste Ryanair einen um 85% niedrigeren Gewinn und um 6% niedrigere Erträge pro Passagier hinnehmen. Als Gründe wurden der hohe Kerosinpreis und billigere Tickets – die im Schnitt um 8% weniger kosteten als zuvor – genannt. Der Ölpreis hat sich zwar vorübergehend entspannt, trotzdem ist die Gesamtsituation noch immer kritisch. Wie geht Ryanair damit um?

Michael Cawley: Der Kerosinpreis war für Ryanair – wie für alle Airlines – ein Problem. Wir mussten in einer Gewinnwarnung bekannt geben, dass wir dieses Jahr bis zu 60 Millionen Euro Verlust erwarten. Das wäre der erste Verlust für Ryanair, seit die Fluglinie 1991 eine Low Fare Airline wurde – im letzten Jahr machten wir einen Gewinn von 480 Mio. Euro nach Steuern. Als öffentlich börsennotiertes Unternehmen darf ich Ihnen nicht sagen, wo wir im Moment stehen, aber da die Kerosinkosten zurückgegangen sind, sieht es besser aus als zuvor, das ist kein Geheimnis. Anfang November gibt es dann unsere nächsten Finanzzahlen. Unsere Ticketpreise werden weiter sinken, um die Nachfrage noch weiter anzukurbeln.

 

Austrian Aviation Net: Eines der "heißen" Themen der letzten Zeit war der Emissionshandel für Fluglinien in Europa – dies wird ja auch Ryanair betreffen. Was ist Ihre Meinung dazu?

Michael Cawley: Airlines sollten nicht am Emissionshandel teilnehmen. Aber nachdem das nun einmal beschlossene Sache ist, sollten zumindest effiziente Fluglinien unterstützt werden. Der Emissionshandel soll also nicht ein "plumpes" Instrument sein, das alle Airlines betrifft.

Es ist ein Faktum, dass Fluglinien lediglich für 1,5% der Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich sind. Ein weitere Tatsache: Wenn alle europäischen Flugpassagiere auf Ryanair-Maschinen fliegen würden, würden die Emissionen um die Hälfte zurückgehen. Unsere Flugzeuge sind im Schnitt 2

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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