Interview: FH-Luftverkehrs-Master in den Startlöchern

Zusätzlich zu den Luftfahrt-Vollzeitstudiengängen Bachelor- & Master, gibt es ab kommenden Herbst auch einen berufsbegleitenden Masterlehrgang Luftverkehrsmanagement an der FH JOANNEUM.

Luftfahrt-Studierende an der FH JOANNEUM (Foto: FH JOANNEUM).

Bis 1. Juli können sich Interessierte noch für den neuen Master-Lehrgang Luftverkehrsmanagement an der FH JOANNEUM in Graz bzw. Wien bewerben. Austrian Aviation Net hat sich mit Gerald Nittnaus, dem Entwicklungsteamleiter des Lehrgangs, über das neue Luftfahrt-Studium unterhalten.

Austrian Aviation Net: Für wen ist der neue berufsbegleitende Luftverkehrsmanagement-Master interessant?

DI Gerald Nittnaus: Das Programm des Lehrgangs zielt insbesondere auf Mitarbeiter der Luftfahrbranche ab, die an einer qualifizierten Weiterbildung auf akademischen Niveau interessiert sind. Eine Voraussetzung für Bewerber ist deswegen auch eine dreijährige Berufserfahrung in einem luftfahrt-affinen Bereich oder ein absolviertes Studium. So ist der Master besonders für Techniker, Dispatcher, Piloten oder Service Agents interessant, die innerhalb ihrer Firma ihre Aufstiegschancen erhöhen wollen oder eine neue Herausforderung suchen. Oder für jemanden der plant, sich innerhalb der Luftfahrtbranche selbstständig zu machen.

Austrian Aviation Net: Welche Themen deckt der Master-Lehrgang ab?

DI Gerald Nittnaus: Die Luftfahrt ist eine sehr komplexe und schnell wandelnde Branche. Wir möchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmern so gut wie möglich mit allen Akteuren, der Struktur und den Regeln dieser Branche vertraut machen. Deswegen sind die Inhalte mit Themen wie Luftfahrtrecht, Luftfahrzeugtechnik, BWL oder Airport Design & Management auch sehr breit gefächert. So werden einerseits betriebswirtschaftliche Grundlagen gelehrt und andererseits praxisnah die einzelnen Bereiche der Luftfahrt erläutert. Projektmanagement ist ein weiterer Inhalt wie wissenschaftliches Arbeiten. Außerdem ist uns das Thema Unternehmensgründung sehr wichtig – und in der Zeit der Start-Ups auch sehr aktuell.

Austrian Aviation Net: Wer sind die Vortragenden, die diese Grundlagen bzw. Luftfahrtbereiche den Teilnehmern beibringen sollen?

DI Gerald Nittnaus: Da wir das Studium sehr praxisnah gestalten wollen, sind die Vortragenden erfahrene Experten in ihrem jeweiligen Gebiet. So haben wir Vortragende von Austrian Airlines, Lufthansa, AustroControl oder der EASA, die alle noch größtenteils hauptberuflich auf ihrem Gebiet noch tätig sind.

Austrian Aviation Net: Der Lehrgang ist ja berufsbegleitend – wie und wo finden die einzelnen Vorlesungen statt?

DI Gerald Nittnaus: Bis auf den ersten Block, der von 27.-30. September von Mittwoch bis Samstag in Graz stattfinden wird, besteht ein Semester aus elf Blöcken, die jeweils 2 Tage – nämlich immer Freitag und Samstag – dauern. Diese Blöcke werden auch abwechselnd in Graz und Wien stattfinden. Während wir in Graz mit der Infrastruktur der FH perfekte Bedingungen für eine akademische Weiterbildung vorfinden, sind wir in Wien mit dem Flughafen und dem Sitz von Austrian Airlines sehr nahe zur Praxis aufgestellt. Das ermöglicht uns auch Kooperationen mit verschiedenen österreichischen Luftfahrtunternehmen und somit auch Exkursionen und Vorlesungen „on-the-spot“. Vortragssprache ist übrigens Deutsch und Englisch.

Austrian Aviation Net: Wie sind die Vorlesungen aufgebaut?

DI Gerald Nittnaus: Da es ein akademisches Studium ist selbstverständlich größtenteils als Seminar bzw. Vorlesung in modernen Schulungsräumen. Aber durch die verschiedenen Inhalte und den zahlreichen Vortragenden ist das Curriculum sehr facettenreich und anregend gestaltet. Hinzu kommen die erwähnten Exkursionen. Außerdem werden die Teilnehmer viele Inhalte über Gruppenarbeiten, Projekte und Präsentationen erarbeiten müssen. Und es wird auch im Selbststudium gearbeitet, da der komplette Lehrplan mit den Wochenenden alleine nicht abgebildet werden kann.

Austrian Aviation Net: Wie läuft es mit den letzten Vorbereitungen für den neuen Lehrgang?

DI Gerald Nittnaus: Sehr gut, das Programm, die Inhalte und die Vortragenden stehen ja schon länger fest und wir sind gerade beim letzten Feinschliff, den genauen Stundenplan für den Herbst zu finalisieren. Wir haben bereits viele Bewerber, aber es gibt noch Plätze für die man kann sich noch bis 1. Juli bewerben kann.

Austrian Aviation Net: Und wie sieht dieser Bewerbungsablauf aus?

DI Gerald Nittnaus: Interessierte Bewerber sollten neben der fachlichen Vorkenntnis vor allem eine hohe Motivation und Eigeninitiative mitbringen. Diese müssen sie uns gemeinsam mit der Anmeldung in einem Motivationsschreiben darstellen. Können die Bewerber uns mit ihrem Schreiben überzeugen und erfüllen sie die fachliche Voraussetzung werden sie zu einem Interview eingeladen. Bei weiteren Fragen zum Lehrgang und zu den Voraussetzungen von Bewerbern können Interessenten mich auch gerne persönlich via Email kontaktieren: gerald.nittnaus(at)fh-joanneum.at.

DI Gerald Nittnaus fliegt hauptberuflich als Kapitän auf dem Embraer bei Austrian. Nebenbei unterrichtet er selbst seit mehreren Jahren an der FH JOANNEUM. Beim neuen berufsbegleitenden Masterlehrgang hat er nicht nur federführend an dessen Konzept mitgearbeitet, sondern wird auch die Vorlesung Ergänzungen zur Luftfahrzeugtechnik selbst übernehmen.

Interessierte können sich noch bis 1. Juli 2017 bewerben. Weitere Informationen zu Aufnahmeverfahren und -bedingungen, Kosten und Studieninhalt finden Sie auf der Website der FH JOANNEUM.

Autor: Christoph Aumüller
Redakteur
Christoph ist Absolvent des Studienlehrganges Luftfahrt der FH Joanneum Graz. Seit Mitte 2015 verstärkt er das Redaktionsteam von Austrian Aviation Net.

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